Corona in Brandenburg
: 151.300 Infizierte im Land – Zahl der aktiven Fälle ist kaum eine Erwähnung wert

In der Corona-Krise verkam die Zahl der aktiven Fälle auch in Brandenburg zur Randerscheinung. Im Havelland wird sie nicht mehr veröffentlicht, aber noch immer in Ostprignitz-Ruppin.
Von
René Wernitz
Rathenow
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Corona im Havelland: Die Zahl der aktiven Fälle wird hier nicht mehr veröffentlicht. Anders ist das in Ostprignitz-Ruppin. Dort sind am Montag 4,45 Prozent der fast 99.000 Einwohner nachweislich infiziert, brandenburgweit beläuft sich die Quote auf 6,1 Prozent. (Symbolbild)

Pixabay / PIRO4D

Die Sieben-Tage-Inzidenz bildet die Zahl der Neuerkrankungen unter 100.000 Einwohnern binnen einer Woche ab. Der Wert wird seit Mai 2020 täglich ermittelt - für Deutschland, die Bundesländer sowie die Landkreise und kreisfreien Städte. Am frühen Montag lag das Havelland bei 1.081,4.

Den Werten in Brandenburg war aber nicht wirklich zu trauen, da nur sieben von 18 Gesundheitsämtern dem Robert-Koch-Institut zu Montag neue Fallzahlen übermittelt hatten. Auch das Havelland und Ostprignitz-Ruppin blieben diese schuldig.

Inzidenz hat in ganz Deutschland an Relevanz verloren

Ohnehin hat die Inzidenz längst an Relevanz verloren. Deutschlandweit blickt die Krisen-Politik inzwischen eher auf die stationär zu behandelnden Corona-Patienten (Hospitalisierungsrate). Da die Zahl seit Dezember 2021 nicht in der Weise stieg wie die Sieben-Tage-Inzidenz, kam es nicht zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems.

Eine andere Zahl, die noch zu Beginn der Corona-Pandemie vielfach genannt wurde, aber zur medialen Randerscheinung verkam, ist die der aktiven Fälle. Bundesweit sind es am Montag geschätzt 3.686.400, im Land Brandenburg 151.300. Der Landkreis Havelland vermeldet seine Zahl der aktiven Fälle schon sehr lange nicht mehr.

Quote aktuell Infizierter ist einfache Rechnung

Brandenburgweit gehört Ostprignitz-Ruppin zu den sehr wenigen Landkreisen, die die aktiven Fälle noch veröffentlichen. Dabei haben gerade diese Zahlen durchaus Potenzial, die jeweilige Infektionslage präziser als die Inzidenz darzustellen. Denn die Zahl der aktiven Fälle kann durch die der Gesamtbevölkerung geteilt werden. Der daraus resultierende Quotient mit 100 multipliziert, ergibt eine interessanten Wert in Prozent: Das ist die Quote jener Menschen, die aktuell nachweislich erkrankt sind.

Beispiel: Ostprignitz-Ruppin vermeldete am Montag 4.514 aktive Fälle. Bei einer Bevölkerung von knapp 99.000 ergibt das zum Wochenstart eine Corona-Quote von 4,55 Prozent. Demnach sind von 1.000 Einwohnern des Landkreises etwa 45 erkrankt.

Bei Inzidenz über Landes- und Bundesdurchschnitt

Indessen liegt die Inzidenz bei 1.729,6 und damit über dem märkischen Landesdurchschnitt von 1.656,5. Das lässt die Lage in Ostprignitz-Ruppin dramatischer erscheinen als bei der Quote aktuell Erkrankter. Denn die 151.300 nachweislich infizierten Leute unter etwa 2,5 Millionen Einwohnern im Land Brandenburg ergeben eine Quote von 6,1 Prozent, die deutlich über dem Wert für Ostprignitz-Ruppin liegt. Für ganz Deutschland mit seinen etwa 83 Millionen Menschen (Inzidenz: 1.346,8) lassen sich am Montag 4,4 Prozent errechnen.