Im Havelland sind mehrere Städte, Vereine, Musiker, Sportler etc. mit Pendants in europäischen Staaten parterschaftlich verbunden. Mit ihrer neuen Matinée-Reihe wollen die „Freunde für Europa“ diese Partnerschaften vorstellen. Zum Auftakt am 4. Juli, ab 10.00 Uhr, im Saal der Kreismusikschule in der Alten Mühle, stellt die Musik- und Kunstschule Havelland ihre langjährige Partnerschaft mit der Musikschule Tallinnnn-Nömme in Estland vor.

Kontaktaufnahme im Jahr 1992

„Der bereits verstorbene Rathenower und gebürtige Este Heinz Knüpfer regte im Herbst 1992 eine Partnerschaft zur Musikschule in seiner früheren estnischen Heimat an. Und so flogen wir erwartungsvoll und kurz entschlossen nach Tallinnn. Estland war damals gerade von der ehemaligen Sowjetunion unabhängig geworden“, so erzählt Musikschul-Musikerin Beate Schwieger. Das waren für beide Seiten aufregende Zeiten. Estland entwickelte sich in Richtung Westen, während die havelländischen Schüler nicht den Blick nach Osten verlieren sollten.

Musikalische Verbindungen auch nach Litauen und in die Türkei

Seit 1992 entwickelte sich nicht nur eine Partnerschaft auf musikalischer Ebene. Auch private Verbindungen entstanden. Weitere Kooperationen mit Musikschulen wie in Riga (Lettland/1998) und Meckenbeuren (Baden-Württemberg/2002) und Bursa (Türkei/2004) kamen dazu. So entstand auch das Internationale Jugendorchester, das sich abwechselnd in den teilnehmenden Ländern traf und so auch mehrere Male in Rathenow spielte.

Aus Kontakt wurde Ehe

Während eines dieser Austausche lernten sich 1995 auch erstmals die damals zwölfjährige Estin Viiu-Marie Rummo und der 13-jährige Rathenower Keyborder Thilo Fürstenberg kennen. Über weitere Austauschtreffen blieb der Kontakt bestehen. 2004 wurde aus Freundschaft eine Liebe, die bis heute anhält. Der Lehrer lebt seit 2009 mit Viiu-Marie und den mittlerweile drei Kindern in Estland. Zur Matinée berichtet Thilo Fürstenberg über seine ganz persönliche Partnerschaftsbeziehung. Ausschnitte aus einer DVD, die zum Austausch mit Tallinnn entstand, bebildern seine Schilderungen. Der kurze Dokumentarfilm „Frei wie der Wind“ wird einen zusätzlichen Blick auf die Entwicklung Estlands von 1990 bis heute ermöglichen. Das Land ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Letztlich können die Gäste dieser Europa-Matinée bei kleinen Snacks ins Gespräch kommen.

Anmeldungen für Europa-Matineé sind notwendig

„Wir würden uns freuen, wenn beispielsweise auch Schulen oder Vereine ihre Beziehungen mit europäischen Partnern im Rahmen unserer neuen Europa-Matinée-Reihe vorstellen und mit uns Kontakt aufnehmen“, so Felix Doepner. Wie er ankündigt, sei am 1. August eine  Film-Matineé im Haveltorkino geplant. Zur Veranstaltung am 4. Juli im Saal der Musikschule ist die Teilnehmerzahl coronabedingt auf 60 begrenzt. Deshalb ist bis 28. Juni eine Anmeldung per E-Mail an f.u.doepner@posteo.de oder telefonisch unter 03385/500948 nötig.