Auf fünf Routen radeln die Teilnehmer der bundesweiten Protesttour „Ohne Kerosin nach Berlin“ (OKNB). Veranstalter sind Students for Future. Die Starts erfolgen zeitlich versetzt. Los geht es mit der Südwesttour am 20. August 2021 in Karlsruhe. Auf der Westtour wird erst ab 24. August in die Pedale getreten. Von Köln aus sollen täglich rund 50 Kilometer gefahren werden. Von Stendal aus erreicht die 16. Etappe am 8. September die havelländische „Stadt voller Energie“, wie sich Premnitz selbst nennt.

Übernachtung in Premnitz, nächste Etappe führt nach Potsdam

Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) will die Protestradler in der Havelkommune persönlich willkommen heißen, wo sie übernachten wollen, und hat bereits vegane Kost organisiert. Ralf Engeleiter, Genusscatering, soll die Gäste auf Kosten der Stadt versorgen. Am 9. September beginnt die vorletzte Etappe, die nach Potsdam führt. Indessen hat Tebling laut eigenem Bekunden angeboten, dass die Klimaschutz-Radler gern die EEW Energy from Waste Premnitz GmbH besuchen können.

Energy from Waste: Aus Müll wird Strom, Prozessdampf und Fernwärme

Im Kraftwerk des Unternehmens werden speziell aufbereitete Gewerbe- und Industrieabfälle (Ersatzbrennstoffe) - jährlich rund 300.000 Tonnen -  emmissionsarm verwertet. Laut Unternehmensangaben  werden dadurch pro Jahr 77.000 Megawattstunden Strom und 106.000 Megawattstunden Prozessdampf für die benachbarten Unternehmen im Industrie- und Gewerbepark sowie 133.000 Megawattstunden Fernwärme erzeugt.

Größtes Bild im Land Brandenburg auf Bunkerkopf des Kraftwerks gemalt

Die Energie-aus-Müll-Anlage im Ort ist nicht zu übersehen. Ein insgesamt 2.200 Quadratmeter großes Wandgemälde ziert den sogenannten Bunkerkopf des Kraftwerks.  Es ist das größte Bild in ganz Brandenburg. Das 2020 durch den Mögeliner Fassadenkünstler Marco Brzozowski realisierte Auftragswerk trägt den Namen „Havelspaziergang“. Laut Tebling haben die Students for Future noch kein Interesse an einem Unternehmensbesuch signalisiert.