Durchaus bemerkenswert ist die Vita des Heinz-Dieter Kallbach. Von Stöllnern für sein Lebenswerk für den Fernsehpreis Goldene Henne 2020 vorgeschlagen, geht der Flugkapitän wohl leer aus. Die Verleihung erfolgt am 30. Oktober in den Kategorien „TV/Entertainment“, „Schauspiel“, „Musik“ und „Aufsteiger“.
Kallbach feierte am 14. September 80. Geburtstag. Als Endvierziger wurde er zum Star im Westhavelland. Er  saß am Steuer eines Langstreckenjets sowjetischer Bauart und landete das Geschenk der DDR-Airline Interflug sicher auf einer nur etwa 850 Meter langen Ackerpiste. Das brachte ihm sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein. Der Iljuschin (IL-62) und den Stöllnern, die das Flugzeug damals erhalten haben, blieb Kallbach stets verbunden.

Karrierestart bei der NVA

Seine Flieger-Karriere hatte 1957 bei der Nationalen Volksarmee der DDR begonnen. Kallbach war Transportflugzeugführer. Nach dem Wechsel zur Deutschen Lufthansa, aus der später die Interflug wurde, qualifizierte sich der Pilot zum Flugkapitän. Da war er noch nicht einmal 25 Jahre alt. Nach Weiterbildung zum Fluglehrer und einem Ingenieurstudium wurde Kallbach 31-jährig bereits Stellvertreter eines Staffelleiters. 1978 trat er der IL-62-Flugstaffel bei, deren Leiter und Chefpilot er zwei Jahre später wurde. Es saß also ein Experte für Interflug-Iljuschins am Steuer, als die IL-62 am 23. Oktober 1989 nahe des Gollenbergs landete.

Kampf auf Leben und Tod

Nach 1991 und der Liquidierung der Interflug war Heinz-Dieter Kallbach als Flugkapitän und Fluglehrer in verschiedenen Unternehmen tätig, etwa beim Ferienflieger Germania. Wie er sich am 28. März 2000  im Cockpit mit einem Fluggast auf Leben und Tod schlug, der die Maschine zum Absturz bringen wollte, kann im Buch „Mayday über Saragossa“ nachgelesen werden.
Kallbach ist bis 2005 beruflich sehr weit herum gekommen in der Welt. Alle Kilometer zusammengerechnet, umrundete er mehr als 500 Mal die Erde. Vor Jahren noch flog er immer wieder mal privat nach Stölln. Ein von ihm dort ebenso gelandeter „Rosinenbomber“ (DC-3) war das zweitgrößte Flugzeug, das dort aufsetzte.

Nächstes Landefest am 24. Oktober

Zum Landefest 2019, es war ein Jubiläum, war Kallbach mit Crew von 1989 in einem Kleinflugzeug angereist. Sollte er auch das diesjährige Landefest  am 24. Oktober besuchen, dürfte er mit dem Auto erscheinen. Denn er hatte angekündigt, mit 80 nicht mehr fliegen zu wollen.