Frühjahrssemester an der VHS Havelland: Wollen Rathenower philosophieren?
VHS–Chef Frank Dittmer spricht von insgesamt 418 Kursangeboten im ersten Halbjahr. Mit 227 entfällt etwas mehr als die Hälfte auf den westlichen Standort in Rathenow. Das ist erstaunlich, leben doch im Osten mehr als doppelt so viele Menschen. Offenbar ist die Bindung zur VHS in und um Rathenow eine intensivere.
Dauerbrenner im Angebot für die Kreisstadt sind beispielsweise Lichtbildvorträge, wie es sie seit 1994 gibt. Mal geht es um Naturaufnahmen, mal werden Reiseberichte geliefert. Die schwerpunktmäßig für Gesundheitsbildung und Vorträge zuständige Fachbereichsleiterin Ilka Quast erklärt, dass es 2019 durchschnittlich 20 Besucher zu den Vorträgen gab. 39 waren es zum Thema Indien. Am 29. Januar berichtet Lothar Heldmann über das Yukon genannte nordwestlichste Gebiet Kanadas.
Als einzigartig in der brandenburgischen VHS–Landschaft bezeichnet Dittmer die Kooperation mit den Havelland–Kliniken. Wenn Mediziner von dort im Vorjahr zu Vorträgen an der Volkshochschule gastierten, wollten durchschnittlich 22 Leute dabei sein. Spitzenreiter war das Thema Schlaganfall mit 40 Besuchern. Für das Frühjahrssemester 2020 sind nun drei Facharztvorträge geplant. Am 11. März referiert Dr. Stefan Lenz zum Thema: „Sauer ist nicht immer lustig — Wenn Galle oder Magen rebellieren“.
Einen Versuch startet die VHS in Rathenow ab 25. Januar. An drei Samstagen heißt es „Vom Mythos zum Logos“. Kerstin Glischke–Köppen, bekannt bereits aus Yoga– und Töpferkursen, will als Dozentin die Tür hin zur Philosophie aufstoßen. Sie selbst ist studierte Philosophin. „Der Spaß am gemeinsamen Entwickeln von Gedanken und der Austausch von verschiedenen Meinungen sollen Schwerpunkte in diesem Kurs sein“, wie es heißt. Die für Sprachen, Kultur und Kreativität zuständige Fachbereichsleiterin Ines Kias kündigt ferner einen Theaterworkshop ab 29. Februar an, in dem in drei Schritten eine eigene Aufführung entstehen soll. Gespannt ist sie auch darauf, ob ein Literaturkreis ab 25. Februar so gut ankommt wie erhofft. Gisela Miehlke, Verkäuferin in der Buchhandlung Tieke, will mit Kursteilnehmern über Bücher reden.
Die Kursangebote können freilich auch völlig analog gebucht werden. Das ist im VHS–Büro am Standort in der Bammer Landstraße 10 möglich. Dort liegen auch Programmflyer aus.

