Fußball
: Durch FSV Optik weiter im Fernsehen

Nach dem Pokalfinale: Der Regionalligaverbleib sichert Rathenow und dem Landkreis Havelland weitere TV-Präsenz.
Von
René Wernitz
Rathenow
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  • Beide Trainer nach dem brandenburgischen Pokalfinale: Claus-Dieter Wollitz (li.) und Ingo Kahlisch.

    Beide Trainer nach dem brandenburgischen Pokalfinale: Claus-Dieter Wollitz (li.) und Ingo Kahlisch.

    Nico Roesenberger
  • Der Gast aus Cottbus siegte mit 1:0 und holte in Rathenow den Landespokal.

    Der Gast aus Cottbus siegte mit 1:0 und holte in Rathenow den Landespokal.

    Nico Roesenberger
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Das Wetter war günstig - nicht zu warm, nicht zu kalt - und das Stadion am Vogelgesang bestens gefüllt. Knapp 2.000 zahlende Zuschauer verschafften dem sportlichen Topereignis eine prächtige Kulisse. Die Havelländer hatten kurz nach der Halbzeit die Führung auf dem Fuß. Wenige Minuten nach der vergebenen Großchance fiel das Tor des Tages, das den Gästen aus der Niederlausitz den Sieg, den Landespokal und somit den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals bescherte.

Etwa 150.000 Euro TV-Gelder sind daran geknüpft. Unterklassige Mannschaften genießen Pokal-Heimrecht. Die ARD zeigt Ausschnitte aus allen Spielen und zahlt dafür den Gastgebervereinen. Das Geld hätte sicher auch der FSV Optik sehr gut gebrauchen können in Anbetracht der Kosten, die die nächste Regionalligasaison mit dem angepeilten Klassenerhalt verursacht. Beim FC Energie, gegen den es 2019/2020 in der Regionalliga Nordost zu Punktspielen kommen wird, hängen die Lorbeeren weit höher.

Der Drittligaabsteiger will umgehend wieder aufsteigen. Für dieses Projekt müsste der Verein aber geschätzte 2 bis 2,5 Millionen Euro aufbringen. Noch ist finanziell unklar, wohin für den einstigen Erstliga-Klub die Reise geht. So gesehen, hat er die 150.000 Pokal-Euro bitter nötig.

Wer sich im Streben nach oben finanziell verzockt, kann bekanntlich tief fallen. Wie tief es im Fußball gehen kann, belegt das Beispiel aus der Rathenower Nachbarschaft. Stahl Brandenburg, einst die Nummer 1 im Märkischen, tritt aktuell in der Landesliga Nord an. Das entspricht der 7. Liga. Lange vorbei sind die besten Zeiten, in denen es nach der Wende aus der DDR-Oberliga in die 2. Bundesliga ging. Parallel quälte sich Rathenows Fußball allmählich heraus aus der Provinz.

Damals wie heute ist ein Name mit der Erfolgsgeschichte verbunden, die der Stadt abermals TV-Präsenz bescherte und bescheren wird: Ingo Kahlisch. Der Trainer und Manager befindet sich in seinem 30. Rathenower Jahr. Ein weiterer Pokalsieg nach 2013 und 2014 blieb ihm am Samstag zwar verwehrt. Doch im Gegensatz zum Cottbuser Coach Claus-Dieter Wollitz, der sein weiteres Energie-Engagement wohl vom Etat für die nächste Saison abhängig macht, stellt sich für den 62-jährigen Kahlisch ganz sicher noch nicht die Frage nach der sportlichen Zukunft.

Da der FSV Optik Rathenow weiter der Regionalliga im Nordosten Deutschlands angehören wird, kommen Kahlisch, der Fußballsportverein, die Stadt Rathenow und das Havelland weiter ins Fernsehen. Dafür sorgt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), sobald es gegen einen Gegner aus Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Sachsen geht. Vielleicht kommen die Rathenower nun auch öfter im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) vor. Denn durch den Abstieg der Cottbuser gibt es aus märkischer Sicht aus der 3. Liga nun nichts mehr zu berichten.