Gelbe Tonne
: HAW kündigt Müllkontrollen an

HAW verzeichnet ein „Zuviel“ an Verpackungsabfällen im Havelland. Rund 45 Kilogramm wirft jeder Havelländer im Jahr weg.
Von
Manuela Bohm
Havelland
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Gelbe Tonnen und gelbe Säcke: Die HAW kündigen Müll-Kontrollen an.

Patrik Rachner

„Wir sammeln jährlich rund 7.200 Tonnen an Verpackungsabfällen ein. Bei zirka 160.000 Einwohnern im Landkreis gibt jeder Einwohner je Jahr rund 45 Kilogramm in den Kreislauf zurück“, informiert Matthias Noa, einer von zwei Geschäftsführern der Havelländischen Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH. Allerdings sollten die Durchschnittswerte niedriger liegen. Rund 10 Prozent, gemessen am Gewicht, würden zu viel eingesammelt. „Wir werden daher intensiver kontrollieren und reklamieren“, sagt Noa. Landet „falscher“ Müll in Sack oder Tonne, werde dies mit einem Aufkleber gekennzeichnet. Der Havelländer hätte dann die Möglichkeit, nachzusortieren und entsprechend 14 Tage später seine Verpackungen ordnungsgerecht entsorgen zu lassen.

„Mitarbeiter, die die Säcke einsammeln, merken am Gewicht, ob auch Dinge im Sack gelandet sind, die da nicht hinein gehören“, erklärt der Geschäftsführer. Die Tüten halten keine 20 Kilogramm aus, sie sind vielmehr für ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm ausgelegt. Auch Mehrgewicht in den Tonnen werde von der Hydraulik „bemerkt“, wie Noa sagt.

Aber nicht nur das Mehrgewicht pro Kopf und Jahr, welches eingesammelt wird, gebe dem kreiseigenen Unternehmen Anlass zu verstärkten Kontrollen. Zwischen den Verpackungen wurden auch bereits Autofelgen und Autoreifen gefunden. Dagegen gehören zu den Leichtverpackungen, die mittels gelbem Sack oder Tonne eingesammelt werden, lediglich Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Wer angesichts von Nachrichten über Plastikmüll in der Umwelt Verpackungen einsparen möchte, kann nur, so Noa, bei sich selbst anfangen.

Schwierig wird die Müllreduktion, wenn man etwa auf Angaben zu Inhaltsstoffen, wie bei Lebensmitteln, nicht verzichten kann. Auch sorgen Verpackungen für verbesserte Transport– und Lagerungsmöglichkeiten. Ganz zu schweigen von hygienischen Aspekten vor dem Verkauf.

Apropos Hygiene bzw. Sauberkeit: Havelländer, die sich gegen den gelben Sack für eine Tonne entscheiden, erklären dies oft damit, dass Säcke reißen oder von Tieren zerfetzt würden. Wer umsteigen möchte auf die Tonne, informiert sich sicher als erstes bei seinem Abfallentsorgungsunternehmen, das die Leichtverpackungen einsammelt. Doch die HAW hat zur Zeit keine gelben Tonnen vorrätig. „Wir überlegen derzeit, ob wir den Verkauf der gelben Tonne weiterhin bewerkstelligen“, so Noa. Gelbe Tonnen sind alternativ unter anderem bei Online–Händlern erhältlich — sie werden von der HAW auch dann weiterhin geleert, wird sich das Unternehmen zukünftig gegen den eigenen Verkauf der Tonnen entscheidet.