Zehn Jahre später wurde die Chaussee nach Pritzerbe weitergebaut. Pritzerbe war nun ebenfalls mit dem Pferdeomnibus erreichbar. Ein Jahr danach wurde die Straßen-führung zwischen Pritzerbe und der Stadt Brandenburg vollendet. Diese neu angelegten befestigten Straßen brachten eine erhebliche Verbesserung für die Beförderung von Reisenden und für Transporte von Ziegeln, Baumaterial und Waren.
Vorher war man neben dem Transport per Schiff auf die selten gepflasterten sandigen oder morastigen Wege angewiesen, die durch Wald und Flur führten. Eine Ausnahme waren die Alten Heerstraßen, die der Große Kurfürst nach dem Dreißigjährigen Krieg ausbauen ließ. Dämme und Brücken wurden repariert und "Postcourse" eingerichtet. Die Fahrten mit der Postkutsche konnten sich allerdings nur wenige zahlungskräftige Reisende leisten.
Der Halberstädter-Berliner Kurs lief über Rathenow zweimal jede Woche. Eine Nebenlinie ging von Rathenow nach Brandenburg auf der Alten Heerstraße über Neufriedrichsdorf, Spolierenberg, Seelensdorf und Brielow. Eine Abzweigung unweit von Spolierenberg führte über den Königsweg nach Rathenow in den Grünauer Weg. Die Dörfer Mögelin, Premnitz und Döberitz wurden durch diese Kurse nicht berührt.
Eine umfassende Erweiterung des Personen- und Gütertransports brachte der Bau von Eisenbahnlinien.  Bereits in den 1870er Jahren bestand großes Interesse an einem Bahnbau Rathenow – Brandenburg – Belzig. Ein so genanntes Spezialkomitee stellte am 25. Juni 1879 beim Ministerium der Öffentlichen Arbeiten den Antrag, mit dem allgemeinen Vorarbeiten für eine Eisenbahnlinie von Rathenow bis Jüterbog über Brandenburg, Belzig und Treuenbrietzen beginnen zu dürfen. Die Genehmigung wurde am 20. August des Jahres erteilt. Die Streckenplanung wurde von Rathenow bis nach Neustadt/Dosse erweitert. Die Vermessungsarbeiten erfolgten erst 1897.
Baubeginn für die nun als "Brandenburgische Städtebahn" benannte Eisenbahnlinie war am 19. März 1901 in Pritzerbe. In Rathenow wurden am 10. April mit 700 russischen Arbeitern die Planierarbeiten für den Neubau des Städtebahnhofs begonnen.
Ein großes Problem beim Bau der Strecke war die Überquerung des Kanals zwischen Havel und Pritzerber See. Wegen mangelnder Untergrundfestigkeit musste die geplante Linienführung verändert werden. Kostspielige Dammschüttungen und Pfahlgründungen trieben die Baukosten in die Höhe. Der Abschnitt Fohrde-Pritzerbe wurde dadurch insgesamt teurer als die gesamte Strecke von Treuenbrietzen bis Brandenburg.
Einen erfolgreichen Anwohnerprotest gab es auch gegen das Infrastrukturprojekt. Es war der Einspruch eines Lehrers, der die Verlegung der Strecke um 300 Meter veranlasst hatte, da die Bahn sonst zu dicht an der Schule vorbeigefahren wäre und den Unterricht gestört hätte. Das heutige Gasthaus "Retorte" in Premnitz trug damals übrigens den Namen "Gasthof zur Märkischen Städte-Bahn".
Am 25. März 1904 wurde die Strecke mit einem Sonderzug von Treuenbrietzen nach Rathenow feierlich eröffnet. In Rathenow stiegen die Ehrengäste zu, die mit einem zweiten Sonderzug aus Neustadt/Dosse gekommen waren, und die gemeinsame Rückfahrt im festlich geschmückten Zug ging bis Brandenburg-Altstadt. Nach Eröffnung der Brandenburgischen Städtebahn wurden bis 1905 die Fahrten mit dem Pferdeomnibus eingestellt.
Quellen:
Dr. Rudolf Guthjahr "Das Verkehrswesen in Rathenow in alter Zeit", Manuskript, um 1985;
Walter Menzel "Die Brandenburgische Städtebahn", transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1984