Jederitzer Brücke: Querung in Rathenow muss abgerissen werden

Die Jederitzer Brücke: Das Bauwerk ist mehr als 100 Jahre alt. Der Zahn der Zeit nagt an ihm.
Manuela BohmZur BUGA 2015 wurde die Weinberg-Brücke gebaut, Jahre zuvor die Kirchbergbrücke, jüngst die Brücke am Rundweg entlang der Stadthavel zwischen Rhinower und Berliner Straße. Die Stadt Rathenow verfügt darüber hinaus über Straßenbrücken - eine musste zum Ende des vergangenen Jahres für den Fahrzeugverkehr gänzlich gesperrt werden - die Jederitzer Brücke.
„Schaut man von der Kleinen Waldemarstraße zur Brücke, gibt sie dem Bild eine einzigartige Silhouette. Sie gehört zur Stadt“, sagt Matthias Remus, Baumamtsleiter und Ur-Rathenower etwas wehmütig. Denn zu sanieren sei die über 100 Jahre alte Verbindung der Altstadt mit der Rhinower Straße nicht mehr.
Der Brückenprüfer kontrollierte das Bauwerk regelmäßig - „häufiger als es gefordert wäre“, so Remus. Bevor es gänzlich für den Verkehr gesperrt wurde, konnten Fahrzeuge die Verbindung nur einspurig nutzen. Die Tragfähigkeit war begrenzt, um so die Lebenszeit zu verlängern.
Nun stehen Lösungen aus. „Kurzfristig müssen wir Grundlagen klären, die in eine Planung einfließen werden“, sagt der Baumamtsleiter. Dazu wird das Wasser- und Schifffahrtsamt befragt, weitere Beteiligte nach ihren Befinden und auch der Denkmalschutz.
„Der Denkmalschutz muss sagen, wie er sich die Querung in Zukunft vorstellt“, antwortet Remus auf BRAWO-Frage, wie eine neue Brücke aussehen wird. Denn eine neue Brücke wird hier gebaut werden müssen, das macht Remus deutlich. „Es gibt Rostschäden, Probleme am Überbau und den Wiederlagern.“ Der Überbau ist der Körper der Brücke, der sich über die Stadthavel spannt. Die Wiederlager halten den Überbau.
Sind die Grundlagen in 2020 erfragt und können sich die Stadtverordneten und die Verwaltung darauf einigen, in den städtischen Haushalt 2021 die Planungsleistungen finanziell einzustellen, kann der Bau frühestens 2022/23 erfolgen. Allerdings kann dieses Millionenvorhaben, Schätzungen liegen noch nicht vor, nicht allein von der Stadt bewältigt werden, wie es der Baumamtsleiter heute einschätzt. Nach geeigneten Fördertöpfen werde daher geschaut.
Die Jederitzer Brücke ist aber nicht die einzige Brücke in Stadthoheit. Bauarbeiten werden auch, federführend durch das Wasser- und Schifffahrtsamt, an den von den Rathenowern so genannten Großen Archen vorgenommen. Die dortige Brücke, heute einspurig in der Traglast beschränkt, wird in diesem Zuge erneuert. Die Brücke an Hellers Loch ist relativ neu, ebenso wie Brücken über die Stremme und die Schliepenlanke. In städtischer Hand liege auch die Hohe Brücke und die Lange Brücke. Die Brücke über die Stadtschleuse fällt derweil in die alleinige Zuständigkeit des Wasser- und Schiffahrtsamtes.
Die Brücke über die Stadthavel Rathenow in Verlängerung der Jederitzer Straße galt bereits seit dem Mittelalter als nördlicher Stadtausgang