In fünf Räumen im Schulweg 2 werden Bilderbücher für Kinder aus 300 Jahren gezeigt. Schwerpunkt der Ausstellung ist der Blick der Gesellschaft auf die Kinder und deren Erziehung und Bildung, der sich über die Jahrhunderte stark verändert hat. Die Berliner Historikerin und Museumspädagogin Birgit Jochens, die das Konzept für das Museum erstellte, hat rund 200 Bücher aus der privaten Sammlung von Hans-Jürgen Thiedig ausgewählt. Gemeinsam mit dem Gestalter Klaus-Dietrich Schulze setzte sie das Konzept um.
"Wir haben über 20 Jahre lang gemeinsam Ausstellungen im Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf gestaltet. Zu einer Kinderbuchausstellung 2006 lernten wir Hans-Jürgen Thiedig kennen", so Jochens. "In der Ausstellung möchte ich die Bücher vor ihrem historischen Zusammenhang zum Sprechen bringen. Vorgestellt werden nicht nur die Autoren, sondern auch die Illustratoren. Deren Zeichnungen waren immer ein Spiegel ihrer Zeit."
Gezeigt werden Bücher aus dem deutschsprachigen Raum. Das älteste wurde erstmals 1658 veröffentlicht. Die jüngsten Bücher stammen aus den 1960er Jahren – vom ostdeutschen Kinderbuchverlag. Neben Klassikern, wie dem Struwelpeter, werden auch wenig bekannte aus den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg  gezeigt. In der temporären Sonderausstellung erinnern sich Zeitzeugen aus Brandenburg und Berlin an ihre Erinnerungen der Nachkriegszeit und ihre Kinderbücher. Ausgestellt werden auch Kinderfibeln verschiedener Jahrzehnte. "Märchen und Sagen werden nicht gezeigt. Dies wäre ein eigenes Thema für sich", so Kuratorin Jochens weiter, "ebenso Comics."

Öffnungszeiten

Das Kinderbuch Museum im Havelland befindet sich im Schulweg 2, unweit des Spielzeugmuseums. Es hat mittwochs bis sonntags, 11.00 bis 17.00 Uhr, geöffnet. Ein Fernsehteam des rbb begleitete die Entstehung des Museums. Die Reportage wird am 25. Juli gezeigt. Mehr Infos auf www.kinderbuchmuseum-havelland.de.