Kosmischer Newsletter aus dem Sternenpark Westhavelland: Die Milchstraße

Die Sommermilchstraße.
Thomas BeckerAstronomische Höhepunkte gibt es im September zwar keine, aber es ist der beste Monat um die Milchstraße zu beobachten und zu fotografieren. Das schwach schimmernde Band zieht sich am Abend nach Einbruch der Dunkelheit von Südwesten bis nach Nordosten über den ganzen Himmel. Das Zentrum liegt in etwa 26.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schützen und damit am Sommer-/ Herbsthimmel recht niedrig über dem Südhorizont zu finden.
Im südlichen Teil ist sie am hellsten und somit am deutlichsten sichtbar. Während viele Stadtbewohner die Milchstraße aufgrund der starken Lichtverschmutzung nicht mehr sehen können, ist sie im Sternenpark Westhavelland außerhalb der größeren Städte wie Rathenow und Premnitz noch deutlich zu erkennen. Woraus besteht nun aber die Milchstraße? Wie sich wahrscheinlich jeder denken kann hat es nichts mit Milch zu tun. Diese Bezeichnung und der Glauben daran entstammt noch aus der griechischen Mythologie, als die Gattin des Jupiter Hera im Schlafe ein fremdes Kind an ihrer Brust bemerkte. Als sie dieses Kind erbost von sich wegstieß spritzte ein Schwall Milch an den Himmel welche die Milchstraße bildete. Bei dem Kind handelte es sich um den allseits bekannten Herkules, einem unehelichen Kind Jupiters.
Heute bezeichnet die Wissenschaft die Milchstraße als unsere Heimatgalaxie. Wie die Abermilliarden anderer Galaxien im für uns sichtbaren Universum besteht auch sie aus hunderten von Milliarden Sternen wie unserer Sonne. Dazu kommen noch Gas, Staub, Planeten, schwarze Löcher und alles andere was es im Weltall gibt. Ihren Aufbau kann man sich wie eine Stadt vorstellen. Wie alle anderen Städte auch hat sie ein helles, turbulentes Zentrum und eher ruhigere Außenbereiche. Unsere Erde liegt zum Glück für uns in solch einem ruhigen Außenbereich. Im Winter und Frühjahr richtet sich der Blick von der Nachtseite der Erde eher in die Randbereiche der Milchstraße, so dass sie in diesen Jahreszeiten eher unscheinbar und weniger hell ist. Während die Milchstraße von außen betrachtet einer diskusförmigen flachen Spirale mit einem Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren ähnelt, wirkt sie vom Standort der Erde aus wie ein den gesamten Himmel umspannendes Band aus Sternen.
Aber auch in unseren Breiten bietet sie einen tollen Anblick, zumindest solange die Menschen die Nacht nicht mehr und mehr zum Tage machen. Jede Hauseingangsleuchte oder Grundstücksbeleuchtung die nutzlos die ganze Nacht leuchtet verschlechtert die Sicht auf den Sternenhimmel. Also schalten Sie einfach mal alle Außenlampen aus und betrachten die Milchstraße von Ihrem Garten aus. Es lohnt sich.
:
Mondphasen: Erstes Viertel — 06.09. / Vollmond — 14.09. / Letztes Viertel — 22.09. / Neumond — 28.09.
Veranstaltungen: Informationen unter: www.sternenpark–westhavelland.de/veranstaltungen
Einige Veranstaltungen sind leider bereits ausgebucht und hier nicht aufgeführt.
Do. 12.09./21.00 Uhr — „Vollmondspaziergang“ — Nachtwanderung mit T. Becker in Parey (10 Euro).
Infos: www.zumnordlicht.com/sternenpark, Anmeldung: info@zumnordlicht.com / 0176—7893 5281
Do. 19.09./20.00 Uhr — Öffentliche Beobachtung am Sternenhimmel“
Vortrag/Beobachtung im Naturparkzentrum Milow, keine Anmeldung nötig