Kosmischer Newsletter aus dem Sternenpark Westhavelland: Merkur vor der Sonne

Der Merkur ist der kleinste und der Sonne am nächsten gelegene Planet unseres Sonnensystems. Im November kann er am frühen Morgenhimmel wie am Kleßener See gesehen, beobachtet werden. Inlett: Merkur vor dem Sonnenrand 2016.
Thomas BeckerDer Merkur ist der sonnennächste der acht Planeten und umkreist die Sonne auf einer sehr elliptischen Bahn in einem Abstand zwischen 46 und 70 Millionen Kilometer. Dafür benötigt er gerade einmal 88 Erdentage. Es ist ein atmosphäreloser Gesteinsplanet mit einem Durchmesser von 4879 Kilometern. Damit ist er der kleinste aller Planeten und weist zudem noch den größten Temperaturunterschied auf. Auf der sonnenbeschienen Seite steigt die Temperatur bis auf +430°C, während sie auf der Nachtseite bis auf minus 160°C abfällt.
Durch seine Sonnennähe entfernt er sich nie sehr weit von unserem Tagesgestirn und ist immer nur in der hellen Abend– oder Morgendämmerung tief am Horizont zu sehen. Teleskopbeobachtungen zeigen meist ein von der Luftunruhe verwaschenes gelblichweißes kleines Scheibchen, welches je nach Stellung Phasen ähnlich wie der Mond zeigt.
Am 11. November findet einer der seltenen Merkurtransite statt. Etwa 13 bis14 mal pro Jahrhundert wandert der Planet vor der Sonnenscheibe entlang. Das nächste Mal passiert das erst wieder im Jahre 2032. Hobbyastronomen mit einem Teleskop sollten also diese Chance nutzen. Dabei muss eindringlich davor gewarnt werden, ohne spezielle Filtermaßnahmen ein Teleskop oder Fernglas zur Sonne zu richten. Schwerste Augenschäden bis zur Erblindung wären die sicheren Folgen. Ein Fernglas ist allerdings ungeeignet für die Beobachtung. Für die Sichtung des winzigen schwarzen Merkurscheibchens ist ein Teleskop mit mindestens 25–facher Vergrößerung erforderlich. Dann kann ab 13.35 Uhr der beginnende Transit am Sonnenrand verfolgt werden (siehe Inlett unten). Zur Mitte des Transits um 16.19 Uhr geht die Sonne auch schon unter und das Ereignis endet. Auch wenn ein Merkurtransit eher unspektakulär ist so beeindruckt doch der Größenvergleich zwischen den beiden Himmelskörpern.
Schon ab dem 23. November kann man dann am Morgenhimmel gegen 7.00 Uhr versuchen, den flinken Planeten im Ostsüdosten zu sichten. Hier hilft ein Fernglas. Am 28. November erreicht er seinen maximalen Abstand von 20,1 Grad zur Sonne. Bereits am 25. November steht die schmale Mondsichel etwa 1,5 Grad (drei Monddurchmesser) links unterhalb des Planeten und dient als Aufsuchhilfe. Bis etwa zum 17. Dezember kann der Merkur dann beobachtet werden, bevor er wieder in den Sonnenstrahlen verschwindet.
Zudem: Am Morgen des 18. November durchlaufen die Sternschnuppen der Leoniden ihr Maximum. Etwa 15 bis 20 Meteore können theoretisch pro Stunde am Morgenhimmel auftauchen. Allerdings stört der abnehmende und hoch am Himmel stehende Mond das Schauspiel, so dass leider weit weniger Sternschnuppen zu sehen sein werden.
Monatsinformationen
Mondphasen: Erstes Viertel — 04.11. / Vollmond — 12.11. / Letztes Viertel — 19.11. / Neumond — 26.11.
Veranstaltungen: Informationen unter: www.sternenpark–westhavelland.de/veranstaltungen
Do. 21.11. / 18 Uhr — „Öffentliche Beobachtung am Sternenhimmel“ Vortrag/Beobachtung im Naturparkzentrum Milow, Eintritt frei (Spende erbeten), keine Anmeldung nötig