Kosmischer Newsletter aus dem Sternenpark Westhavelland
: Sternenpark

Jupiter, Saturn und Merkur sind die Planeten, die sich, teils mit bloßen Auge, am sommerlichen Nachthimmel beobachten lassen.
Von
Thomas Becker
Parey
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Leuchtende Nachtwolken und Riesenplanet Jupiter begeisterten schon 2018 Beobachter des sommerlichen Nachthimmels im Sternenpark Westhavelland.

Thomas Becker

Die Resthelligkeit des Nachthimmels erschwert die Beobachtung weit entfernter schwacher Himmelsobjekte deutlich, so dass die Sternfreunde in dieser Zeit ihren Blick oft auf andere interessante Himmelskörper richten. Dafür bietet sich in diesem Monat der Planet Jupiter an. Der größte Planet im Sonnensystem befindet sich nun in relativ guter Beobachtungsposition. „Relativ“ bedeutet, dass er zwar momentan im Jahr 2019 am besten zu sehen, aber im Vergleich zu anderen Jahren eher schlecht am Himmel positioniert ist. Er durchläuft nämlich gerade seine südlichste mögliche Stellung am Himmel und steht nur sehr niedrig über dem Südhorizont. Das bedeutet: Im Teleskop und bei höheren Vergrößerungen macht die Luftunruhe dem Beobachter oft einen Strich durch die Rechnung. Das Bild wabert und verschwimmt oftmals derart, dass feine Details nur schwer zu erkennen sind. Trotzdem ist der Jupiter immer ein dankbares Beobachtungsobjekt, da seine größten Wolkenstrukturen und seine vier hellen Monde immer gut zu sehen sind. Auch mit den bloßen Augen ist er leicht als hell weiß strahlender Lichtpunkt im südlichen Himmelsabschnitt zu sichten. Ab 2021 erreicht er endlich wieder größere Höhen.

Ähnliches gilt für den Ringplaneten Saturn, der erst im Juli seine beste Sichtbarkeit erreicht und ebenfalls mit dem bloßen Auge ein Stück links von Jupiter gut zu sehen ist. Der Merkur hingegen ist immer ein schwierig zu beobachtender Planet. Er befindet sich ausschließlich in der Nähe der Sonne und kann nur während der Dämmerung tief am Horizont entdeckt werden. Im Juni bietet sich dafür die nächste Möglichkeit am Abendhimmel. Geübte Beobachter können ihn fast während des gesamten Monats erspähen, aber am leichtesten ist er zwischen dem 10. und 20. Juni zu finden. Etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang kann er bei klarem Himmel knapp über dem nordwestlichen Horizont gesichtet werden. Etwas links der Stelle, an der kurz vorher die Sonne untergegangen ist.

Ein Phänomen, welches für die fehlende Dunkelheit im Juni und Juli ein wenig entschädigt, sind die leuchtenden Nachtwolken. Bläulich–silbrig schimmernde Eiswolken in etwa 83 Kilometern Höhe, die nur während dieser beiden Monate gelegentlich am nördlichen Horizont nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang  in der Dämmerung gesehen werden können. Ihre faserige manchmal wellenförmige Struktur unterscheidet  sie deutlich von „normalen“ Wolken, die zudem in viel niedrigeren Höhen nicht mehr von der Sonne beleuchtet werden und dunkel erscheinen.

Mondphasen: Neumond — 03.06. / Erstes Viertel — 10.06. / Vollmond — 17.06. / Letztes Viertel — 25.06. Veranstaltungen: Informationen auf www.sternenpark–westhavelland.de/veranstaltungen Hinweis: Am 3. und 9. August finden erstmals Anfänger–Fotokurse für Nachtfotografie statt. Di. 11.06. / 22.00 Uhr — „Mondscheinfieber“ — Beobachtung im Sternenblick Parey (nur bei klarem Himmel) Fr. 21.06. / 23.00 Uhr — „Die Mittsommernacht“ — Nachtwanderung mit T. Becker in Parey (10 Euro).Infos: www.zumnordlicht.com/sternenpark, Anmeldung: info@zumnordlicht.com oder 0176/7893 5281.