Zwischen Oktober und Dezember, wenn auch unter den aktuellen Corona-Einschränkungen, beschäftigen sich beim 13. Havelländische Künstlersymposium, jeweils Montag bis Mittwoch, insgesamt rund zehn Kinder unter dem Motto „Leichtigkeit der Sinne“ künstlerisch im Atelier „Artrium“ der Künstlerin Susanne Woltersdorf am Kirchplatz 10.

Ziel: Kreativität fördern

Dabei entstehen Bilder mit verschiedenen Farben, in Tusche, mit Kreide und mittels Druck. „Immer mehr Kinder leben mit und in einer digitalen Welt. Die sinnlichen und sozialen Bezüge können digitale Medien nur sehr begrenzt vermitteln. In der Corona-Situation werden mit den Einschränkungen im Alltag unsere Sinne noch stärker ausgeblendet“, sagt Susanne Woltersdorf.
„Ziel des Symposiums ist, dass sich die Kinder unterschiedlichen Alters im Atelier kreativ entfalten können. Über ihre Sinne sollen sie inspiriert und angeregt werden, sich künstlerisch mitzuteilen. Die Kinder sollen sehen lernen und sich bildnerisch ausdrücken.“ So erleben sie die Vielfalt an Farben und Techniken oder erkennen Strukturen, die mittels Drucktechniken sicht- und fühlbar gemacht werden.

Echte Nachwuchstalente

„Ich probiere gern verschiedene Techniken aus, male mit Farben oder zeichne mit Bleistift. Dabei lasse ich mich gern von meiner aktuellen Stimmung inspirieren“, erzählt Sandra Rothe, die gerade mit einer speziellen Farbe malt, denen ätherische Öle zugesetzt sind. Die 15-jährige Schülerin aus Milow kommt immer Dienstags ins Atelier und schätzt, als Kursteilnehmerin bei Susanne Woltersdorf seit Frühjahr 2017, auch die Atmosphäre und den Austausch im Kurs.
Im Rahmen des jährlichen Kunstwettbewerbs des Landkreises erhielt Sandra im Herbst 2019 für ihre Bleistiftzeichnung einen Preis. So wie auch Woltersdorfs Kursteilnehmerinnen Zoe und Sophia Deichsel aus Steckelsdorf.

Am Ende des Kurses werden die Werke besprochen

Sandra gegenüber sitzt Anton und malt eine kleine Zoo-Szene mit exotischen Tieren. „Ich male am liebsten spannende Dinge, so wie diese Tiere hier“, sagt der Sechsjährige aus Rathenow. Die fünfjährigen Freundinnen Frida aus Milow und Charleen aus Bützer tanzten bereits im Frühjahrssemester der Volkshochschule im Ausdruckstanz-Kurs von Susanne Woltersdorf. „Am Ende des jeweiligen Kurses setzten wir uns zusammen und sprechen über die entstandenen Werke.
Dabei entdecken die Kinder ihr Bild noch einmal auf eine ganz andere Weise und die lernen auch Wertschätzung für Andere und deren Arbeiten zu entwickeln“, so Susanne Woltersdorf. „Kreativität drückt sich nicht nur im Entstehungsprozess der Bilder aus, sondern auch in dem, was dabei und in ihren Köpfen passiert.“

Schollerin entwickelt Kinderbücher

Die Schollerin Susanne Woltersdorf gab 2015 ihren erlernten Beruf der Kita-Erzieherin auf und arbeitet seitdem als freischaffende Künstlerin – immer wieder auch gern mit Kindern und Jugendlichen. Im Oktober 2016 eröffnete sie ihr Atelier am Kirchplatz und gibt seit 2017 verschiedene Kreativkurse an der Volkshochschule in Rathenow und dieses Jahr auch im Grünen Klassenzimmer des Optikparks. Als Illustratorin entwickelte sie auch Kinder-Malbücher.
Die für den 20. November im Atelier von Susanne Woltersdorfs geplante Präsentation von während des Symposiums entstandenen Werken ist coronabedingt verschoben.