McDonald’s, Burger King und Co.
: Gewerkschaft fordert höhere Löhne

Fast-Food-Ketten würden meist nur Mindestlohn zahlen, so Sebastian Riesner. Der NGG-Gewerkschaftler betrachtet 12 Euro pro Stunde als „armutsfesten Lohn“.
Von
René Wernitz
Havelland
Jetzt in der App anhören

Dieser Hamburger einer großen Fast-Food-Kette kostet 4,29 Euro. Genau 28 Minuten muss ein Beschäftigter im Schnellrestaurant aktuell arbeiten, um sich diesen Burger selbst leisten zu können.

NGG

„Die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr an der Fritteuse oder an der Verkaufstheke – bekommen dafür aber meist nur den Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde“, kritisiert der für die NGG-Region Berlin-Brandenburg zuständige Gewerkschaftler Sebastian Riesner, der 12 Euro pro Stunde als „armutsfesten Lohn“ betrachtet. Profitieren würden auch Beschäftigte bei Marken wie Nordsee. Von einem Ausstand betroffen war am Samstag die Filiale im Elstaler B5-Center.

Hintergrund ist die laufende Tarifrunde zwischen der NGG und dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS). Die Branche beschäftige bundesweit rund 120.000 Beschäftigte in 3.000 Restaurants und Cafés, wie es heißt. Aktuell reichten die Löhne kaum, um ohne einen Zweitjob oder staatliche Stütze über die Runden zu kommen, so Riesner: „Milliardenschwere Konzerne wie McDonald’s zahlen so wenig, dass die Allgemeinheit einspringen muss. Heute müssen die Steuerzahler die Löhne und später die Renten aufstocken, damit das Geld zum Leben reicht – hiermit muss endlich Schluss sein!“

Die Arbeitgeber hätten jedoch ein spürbares Lohn-Plus bislang vehement blockiert. Die NGG wartet nun die Ergebnisse der Tarifverhandlungen am 13. und 14. Februar ab. Es ist bereits die dritte Runde. Sollte es keine Verbesserungen für Arbeitnehmer geben, könnten Aktionen auch bei McDonald’s und Burger King im Havelland die Folge sein.