Naturschützer
: Rocco Buchta, der Havelmann aus Strodehne

Ein Leben lang engagiert sich Rocco Buchta für die Untere Havel und den Naturschutz in der Region.
Von
Simone Weber
Strodehne
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Der Havelmann: Rocco Buchta wurde im August mit dem brandenburgischen Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Weber

Rocco Buchta wurde 1965 in dieser Havelstadt geboren. „In meiner Kindheit habe ich viel Zeit mit meinem 1904 geborenen Opa verbracht. Er nahm mich oft zum Angeln mit. Er erzählte, dass es früher in der Havel noch Lachse gab“, erinnert sich der Enkel, der versprach, die Havel irgendwann in Ordnung zu bringen.

Das für DDR–Zeiten eher naiv wirkende Versprechen des Kindes hat der erwachsene Buchta  gehalten. Nach der Wende konnte er sich intensiv der Realisierung widmen. Seit 2005 ehrenamtlich und seit 2008 hauptamtlich ist er als Projektleiter des NABU–Instituts für Fluss– und Auenökologie für die Renaturierung der Unteren Havel zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf‘ zuständig.

Nach einer Werkzeugmacherlehre in Schwerin, die 1983 endete, hatte Rocco Buchta mit Mitgliedern mit der Jungen Gemeinde Rathenows Versuche unternommen, im Gebiet der Unteren Havel Unterwasserpflanzen wieder anzusiedeln und den Auenwald aufzuforsten. Im selben Jahr wurde Buchta Naturschutzhelfer bei der Kreisverwaltung und lernte den Kreisnaturschutzbeauftragten Johann–Joachim Seeger kennen. Sie wurden zu Weggefährten. „Über Schulungen lernte ich die Grundlagen des Naturschutzes, über die Fische hinaus, kennen und während der Armeezeit auch weitere Mitstreiter wie Rolf Nessinger, der 1984 die Naturschutzstation Woblitz aufbaute.“ Schon bald nach dem Wehrdienst (1987) setzte sich Buchta für die Renaturierung der Havel ein — dem gegebenen Versprechen getreu. Es folgten ein Maschienenbaustudium in Magdeburg und 1990 ein Studium der Strömungsmechanik in Berlin. Der erste große Erfolg in Sachen Naturschutz stellte sich schon vor der Wiedervereinigung ein.

„Gemeinsam mit J.J. Seeger als Amtsleiter für Naturschutz gelang es uns, vor dem 3. Oktober 1990 die Untere Havel als Naturschutzgebiet auszuweisen. Unser nächstes Ziel war die Gründung eines Naturparks Westhavelland, um die einstweilig gesicherten Naturschutzgebiete dauerhaft zu sichern“, so Buchta. 1998 war es soweit, und Rocco Buchta wurde erster Naturparkleiter im Westhavelland. Zehn Jahre lang war er im grünen Job tätig.

Politisch schlug Buchtas Herz zunächst für die Grünen, ohne der Partei je angehört zu haben.  Da hatte ihm Matthias Platzeck etwas voraus, der 1995 der SPD beitrat. Buchta tat es dem späteren Ministerpräsidenten gleich. 2008 wurde der Havelländer in den Kreistag gewählt, ab 2014 übte er den Vorsitz in der SPD–Fraktion aus. Zum 1. Juni 2017 legte er sein Mandat nieder.

2005 hatten die konkreten Planungen für die Havelrenaturierung begonnen. Die Umsetzungsphase startete 2009 nach Eingang der Zuwendungsbescheide. Seither ist Buchta  auch in der Praxis damit beschäftigt, der Havel ihre Natürlichkeit zurück zu geben.  Da war er  bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm 2005 für sein Engagement zum Aufbau des Naturparks Westhavelland verliehen wurde.