Optik-Clou
: Havelländer besiegen den FC aus Erfurt

Kampfspiel bei Regenwetter und tiefem Boden: FSV Optik Rathenow revanchierte sich für die Niederlage im Hinspiel.
Von
René Wernitz
Rathenow
Jetzt in der App anhören

Richtig was los war am Samstag auf der Gästetribüne am Vogelgesang. Enttäuschend war für die mitgereisten Fans aus Thüringen, dass ihr FC Rot-Weiß Erfurt (hier in den dunklen Trikots) durch den gastgebenden FSV Optik besiegt wurde. Im Bild ist Jonas Techie-Menson zu sehen, der in die Rathenower Startelf gerückt war und auf der rechten Seite ein gutes Spiel machte.

Nico Roesenberger

Der Kommentator des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) brachte es aus sportlicher Sicht auf den Punkt, als er meinte, Rathenow sei zu gut für die Oberliga, nicht gut genug für die Regionalliga. Da stand es noch 0:0 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, der auch jeden Punkt gebrauchen könnte. Denn der Drittligaabsteiger will so schnell wie möglich zurück in die nächsthöhere Etage. Der Zug in Richtung Platz 1 ist aber bereits abgefahren. Ganz oben steht souverän der Chemnitzer FC aus Sachsen. Doch man stelle sich vor, wie es der TV-Kommentator darstellte, Chemnitz würde keine Drittligalizenz erhalten: „Dann wird Platz 2 interessant!“

Gegenwärtig bewegt sich Thüringen im deutschen Fußball mit Brandenburg in etwa auf Augenhöhe. So  wie der FC Carl Zeiss Jena ist auch der FC Energie Cottbus in der 3. Liga das Beste, was die Bundesländer auf den Rasen bringen. Beide kämpfen gegen den Abstieg. Im gesicherten Mittelfeld befindet sich dort der FC Hansa Rostock, das Non plus ultra aus Mecklenburg-Vorpommern, wo es fußballtechnisch in der Fläche richtig dünn ist. Die Hansa-Kogge schöpft offenbar das finanzielle Potential gründlich ab. Man kennt das aus Berlin, wo mit der Hertha sogar ein Bundesligist aufdribbelt. Der 1. FC Union Berlin  hat gute Aussichten, diesmal den Aufstieg zu schaffen. Außerhalb der Stadtgrenzen tut sich fußballerisch zunächst nicht viel.

Indes verfügt Sachsen mit RB Leipzig über einen aktuellen Anwärter auf die Champions League. In der 2. Liga, in der Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nicht vertreten sind, haben sich Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue etabliert (beide aus Sachsen). Der 1. FC Magdeburg aus Sachsen-Anhalt ist ebenso in der zweithöchsten Liga vertreten. Eine Etage tiefer steht der Hallesche FC (Sachsen-Anhalt) weit besser da als die dortige ostdeutsche Konkurrenz.

Übrigens ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten Vereinen (5) in der Bundesliga. Auch in der zweiten Liga dominiert es. Dort sind es ebenso fünf. In der dritten Liga teilt sich NRW den Spitzenplatz mit Baden-Württemberg, wo es beide auf je vier Clubs bringen. Mit Euro-Zeichen im Auge besehen, ist also in Nordrhein-Westfalen nicht nur bevölkerungstechnisch am meisten los. Wie speziell die Rivalitäten an Ruhr und Rhein belegen, ist finanzielle Unterstützung der eigenen Farben vielfach mehr als nur Sportsponsoring. Das Havelland ist gegen solche Auswüchse der Leidenschaft offenbar resistent, sonst läge in der Regionalliga Nordost der FSV Optik Rathenow womöglich nicht um Längen hinter den beiden märkischen Ligarivalen FSV Union Fürstenwalde (Landkreis Oder-Spree) und SV Babelsberg 03 (Potsdam).