"Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat höchste Priorität", erklärt Sozialdezernent Wolfgang Gall. Er sieht in der Erarbeitung des Gütesiegels einen Meilenstein für den Kinderschutz im Landkreis.  Die Vereine seien wertvolle Paten für den Kinderschutz. Auch ohne Siegel, Richtlinien und angebotene Schulungen haben bereits einige Sportvereine Erfahrungen und Maßnahmen im Kinderschutz vorzuweisen.
"Der Kinderschutz ist für uns nicht nur Symbolpolitik", sagt ein Vertreter der Rathenower Vereins für Leichtathletik (VfL). "Eltern vertrauen uns ihr Wichtigstes an. Diesem Vertrauen wollen wir gerecht werden." Der VfL ergreift schon seit zehn Jahren aktiv Maßnahmen für den Kinderschutz.
Um das Gütesiegel zu erlangen, mit denen Vereine die Eltern darauf hinweisen können, dass ihre Kinder in guten Händen seien, müssen einige Kriterien erfüllt sein. Die Vereine, die sich um das Siegel bemühen, müssen zuvor einen Kinderschutzbeauftragten einsetzen.
Dieser ist unter anderem dafür zuständig, polizeiliche Führungszeugnisse von Trainern, Übungsleitern und Personen im Verein einzusammeln, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen. Ein Kinderschutzkonzept muss ferner vom Vorstand vereinbart sein. Dieses kann vom Kreissportbund übernommen und durch eigene Vereinbarungen auf die jeweilige Sportart zugeschnitten bzw. erweitert werden. Der KSB bietet zudem Schulungen und eine Infomappe, in denen die Handlungsempfehlungen  und  Informationen zum Kinderschutz gegeben werden.
Auf diese Weise entsteht auch ein Netzwerk: Als Multiplikatoren, so Sozialdezernent Gall, sollen die geschulten Vereinsmitglieder wirken, um den Kinderschutz gesellschaftlich breiter aufzustellen. Sie sollen zudem Anlaufstellen kennen, die in Verdachtsfällen zuständig sind. "Unser Anliegen ist es, vor allem präventiv wirksam zu sein und im Falle eines Falles sicher agieren zu können", spricht Gall darauf an, dass Vereinsvertreter auch Ansprechpartner der Jugendhilfe  kennen.
In zwölf Monaten wurden die Richtlinien erarbeitet. Dabei flossen Erfahrungen aus den Vereinen und der Jugendhilfe ein, die ständig interne Schulungen zum Kinderschutz ihren Mitarbeitern anbietet. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sollen in erster Linie die jungen Mitglieder vor Missbrauch und Gewalt schützen, aber auch  Trainer vor schwierigen Situationen bewahren, die sie vor rechtliche Probleme stellen könnten.