Regionalliga Nordost: FSV Optik Rathenow unterliegt ZFC Meuselwitz zum Saisonauftakt
Wer das offizielle Spielprotokoll in die Hand bekam, ahnte wohl, wie die Partie laufen würde. Denn während bei den Gästen „Mindestanzahl U 23–Spieler erreicht“ gedruckt war, lagen bei den Havelländern gleich elf der siebzehn aufgebotenen unterhalb der Altersgrenze. Von Beginn an zwangen ballsichere und körperlich starke Meuselwitzer den Rathenowern ihr Spiel auf. Chancen ergaben sich da zwangsläufig.
Schon nach sechs Minuten traf ZFC–er Tobias Becker die Latte. Doch schnell stabilisierte sich der FSV. Zumindest in der Abwehr. Von einem richtig gut aufgelegten Emre Turan mit Umsicht geführt, zwang man die Thüringer zu vielen Fernschüssen, die selten Gefahr bedeuteten. Wenn der ZFC allerdings mit seinen sehr schnellen Leuten über Außen kam, brannte es sofort bei Rathenow. Luca Bürger hatte Keeper Lucas Hiemann schon ausgespielt, wurde dann aber zu weit nach außen abgedrängt (24.). Kurz vor der Pause schoss der selbe Akteur von halbrechts an den Pfosten.
Zwischendurch sorgten die beiden Kicker mit der Nummer 17 per Freistoß für Aufregung. Erst Amer Kadric auf der einen, dann Gojko Karupovic auf der anderen Seite. Und damit ist auch das Manko der Gastgeber angesprochen. Es war die einzige klare Gelegenheit, nur ganz selten kam Optik strukturiert nach vorne. Das änderte sich erst nach Wiederanpfiff.
Michael Gorbunow nach einer Ecke und vor allem Yavuz Aydogdu mit einem fulminanten Schuss, ZFC–Schlussmann Fabian Guderitz rettete mit einer Glanztat, sorgten für Stimmung unter den heimischen Fans. Vom Spiel her war es nun ausgeglichener, so richtig Druck im Angriff brachte die Gastgeber aber weiter kaum zustande.
Auf der Gegenseite hätten Serhat Semih Güler, Ben–Luca Moritz und Timo Mauer schon für die Gästeführung sorgen können. Die gelang Letztgenanntem dann per Kopf. Ausgerechnet nachdem Marc Langner zwei Mal ordentlich abgezogen hatte (gehalten und vorbei) köpfte Mauer zum 0:1 ein.
Rathenow gab auch bei der Hitze nicht auf, die Köpfe gingen nicht runter. So gesehen ist in der Truppe alles in Ordnung. Aber es zog sich wie ein roter Faden durch das Spiel, die Offensivwirkung blieb bescheiden. Meuselwitz verlegte sich auf Konter und traf durch den Lattenschuss von Tobias Becker in der 81. Minute zum dritten Mal Aluminium. In der Nachspielzeit doch noch das 0:2: Dennis Blaser, sehr gut freigespielt, schob den Ball am Keeper vorbei ins Netz.
Gästecoach Koray Gökkurt resümierte: „Es war das erwartet schwere, kampfbetonte Spiel. Es hat viel Kraft und Nerven gekostet. In der Summe bin ich stolz auf meine Mannschaft. Den Chancen nach haben wir verdient gewonnen, wir hatten ja noch drei Mal Aluminium. Ich bin zufrieden, auch wenn wir noch viele Baustellen haben.“
Indessen sagte Optik–Trainer Ingo Kahlisch: „Jetzt wissen wir, wo wir stehen. Heute sind wir zu schlecht nach vorne gekommen, haben aber hinten lange gut gestanden. Wenn du zwei Tore nach individuellen Fehlern kriegst, kommst du nicht mehr zurück. Natürlich ist man immer enttäuscht, wenn man verliert, aber ich bin der Meinung, wir haben heute einen Gegner gesehen, der am Ende unter den sieben besten Mannschaften der Liga sein wird. Ein Sonderlob geht heute an Emre Turan. Als Mannschaft müssen wir uns noch steigern und nach vorne besser werden, aber da bin ich für die Zukunft optimistisch. Ach ja, eines noch — es lag heute definitiv nicht am Schiedsrichter.“
Da die Rathenower Partie des nächsten Spieltags bei Viktoria Berlin auf den 25. August verlegt wurde, bestreitet Optik unter der Woche noch ein Testspiel. An diesem Donnerstag kommt Borussia Schüttorf an den Vogelgesang. Spielbeginn ist um 18.00 Uhr.

