Schul-App für Jahngymnasium
: Schüler in Rathenow brauchen Geld für ihr Projekt

Am Jahngymnasium in Rathenow haben Schüler in Corona-Zeiten reichlich dazu gelernt. Wegen der Defizite beim Unterricht soll nun eine Schul-App entstehen.
Von
Florentine Wendt
Rathenow
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  • Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Rathenow.

    Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Rathenow.

    Wernitz
  • Am Jahn-Gymnasium läuft ein Projekt, bei dem eine eigene Schul-App entwickelt werden soll.

    Am Jahn-Gymnasium läuft ein Projekt, bei dem eine eigene Schul-App entwickelt werden soll.

    privat
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Damit so was nicht noch einmal passiert, haben Achtklässler des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums ein ganz besonderes Projekt angeschoben: Sie wollen eine eigene Schul-App entwickeln, um Schülern, Eltern und Lehrern den Umgang mit den digitalen Medien zu vereinfachen. „So hat man etwa Vertretungsplan, Essensbestellung und Schulcloud an einem Ort und muss nicht tausend Websites dafür aufrufen“, berichtet Kajsa-Ida Dech, die mit vier anderen Schülern die Projektidee hatte.

Die App soll nicht nur zu Zeiten von Homeschooling nützlich sein, sondern auch den normalen Schulalltag einfacher und digitaler gestalten. So soll es unter anderem ein Online-Klassenbuch geben, in dem beispielsweise kranke Schüler von zu Hause sehen können, welche Aufgaben sie nacharbeiten müssen. In Planung ist auch ein digitaler Schließfachschlüssel, „der kann dann nicht so leicht verloren gehen“, so Kajsa. Die Schließfächer sollen nur mithilfe der App auf- und zugeschlossen werden.

Aber wer erstellt denn so eine App, und wer finanziert das Ganze? Glücklicherweise gibt es am Gymnasium eine AG, die sich mit Bau und Programmierung von Robotern auseinandersetzt. Auch die zehnte Klasse beschäftigt sich aktuell im Informatikkurs mit dem Thema App-Programmierung. Geld könnte aus einer außerschulischen Quelle zufließen. Denn im Augenblick läuft ein Wettbewerb vom Stifterverband. Dieser will acht digitale Schulprojekte mit 10.000 Euro fördern und etwas Expertenwissen beisteuern. Weiteres ist auf stifterverband.org/digi-lotsen nachzulesen.

Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, muss ein Bewerbungsvideo mit Vorstellung des Projekts gedreht und eingeschickt werden. „Deswegen führen wir am Wochenende eine Videokonferenz durch, um unser weiteres Vorgehen zu planen und eventuell ein paar Szenen zu drehen. Die Idee: Jeder nimmt von zu Hause ein Video auf, die Videos werden dann zusammengeschnitten. Außerdem wurde eine Simulation der App auf Power-Point erarbeitet, sie wird dann ebenfalls im Video vorgestellt“, erklärt Kajsa.

Bis zum 30. Juli muss das Video fertig sein, dann heißt es Daumen drücken! „Auch ohne Förderung wollen wir dieses Projekt weiter vorantreiben. Tatkräftige Unterstützung durch Sponsoren würde uns natürlich sehr freuen.“, so Kajsa. Aktionstage mit der Schule seien schon geplant, an denen die Initiatoren ihr Projekt gerne vorstellen würden. „Wir hoffen natürlich auf eine baldige Lockerung der Corona-Regeln, so dass wir ohne Einschränkungen wieder zur Schule gehen und an unserem Projekt arbeiten können“, sagt Kajsa-Ida Dech. Aber natürlich kommen demnächst erst einmal die Sommerferien, die trotz allem jeder genießen soll.