Schulkinowochen 2020
: „Vorspiel“ in Rathenow will keiner sehen

Es sollte ein eher abgeranzter Ort sein. Für den DEFA-Jugendfilm „Vorspiel“ (1987) bot sich offenbar das damalige „Aktivist“-Kino in Rathenow an.
Von
René Wernitz
Rathenow
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Als das Haveltorkino noch "Aktivist" hieß, wurden dort Szenen für den DEFA-Jugendfilm "Vorspiel" (1987) gedreht. Dieser könnte am 28. Januar um 10.30 Uhr an diesem Originalschauplatz laufen. Doch will ihn wohl keiner sehen.

Peter Wittstock

Es sollte wohl ein eher abgeranzter Ort sein, an dem die Jugend einer kleinen Stadt abhängt und hier und dort etwas rumpöbelt. Dafür bot sich offenbar das „Aktivist“-Kino an. Der Großteil der Handlung wurde aber in Schönebeck gedreht.

Das Kino wird letztlich zu einem Musentempel. Denn dort proben im Laufe des Films junge Leute, die an die Schauspielschule wollen. „Ein viel zu selten gespielter DEFA-Film von Peter Kahane: Zeit und Land sind von gestern, aber die Liebe könnte von heute sein“, so Jürgen Bretschneider, der aktuell die anstehenden brandenburgischen Schulkinowochen 2020 organisiert. In diesem Jahr könnte „Vorspiel“ sogar in Rathenow laufen. Doch die Anmeldezahlen sind bislang mehr als gering.

In den Schulkinowochen werden am 28. und 30. Januar zwei Termine im heutigen Haveltorkino geboten. Das komplette Programmangebot für Rathenower Schulen umfasst zehn Beiträge. Alle nachzulesen auf www.filmernst.de.

„Ausreichend Anmeldungen gibt es leider erst für zwei Filme“, so Bretschneider. Wie er auflistet, wollen 138 Mädchen und Jungen von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule das Doppelgänger-Abenteuer „Unheimlich perfekte Freunde“ sehen.  92 Anmeldungen aus verschiedenen Schulen liegen für „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ vor. Die Pestalozzi-Förderschule  hätte gleich für drei Vorführungen großes Interesse bekundet, „aber es müssten noch mehr Besucher hinzukommen, damit die Veranstaltung auch tatsächlich stattfinden kann – wenigstens 50 sollten es jeweils sein“, erklärt der Organisator und schiebt nach, dass noch keiner sehen will, wie das Haveltorkino Ende der 1980er Jahre in „Vorspiel“ aussah.

Laut Jürgen Bretschneider können mit ihm auch Wunschfilme vereinbart werden. Der Eintritt zu den Veranstaltungen der Schulkinowochen beträgt 4 Euro pro Schüler. Für zwei Begleitpersonen pro Klasse ist der Kinobesuch dabei kostenfrei. Anmeldungen nimmt der Organisator per E-Mail an anmeldung@filmernst.de oder telefonisch unter 03378/ 209162 entgegen.