Im Dezember endet ein recht ungewöhnliches Jahr. Doch der Sternenhimmel bietet im letzten Monat 2020 zwei schöne Schauspiele am Nachthimmel als versöhnlichen Abschluss.
Zuerst erreichen in der Nacht zum 14. Dezember die Sternschnuppen der Geminiden ihre höchste Aktivität. In diesem Jahr herrschen die nur selten eintretenden perfekten Bedingungen für das Himmelsschauspiel. Zum einen ist am 14. Dezember Neumond, so dass kein helles Mondlicht die schwächeren Sternschnuppen unsichtbar werden lässt. Vollmond ist erst am 30. Dezember. Zum anderen fällt der vorausberechnete Zeitpunkt der maximalen Aktivität auf etwa 2.00 Uhr morgens am 14. des Monats.

Meteore aus Richtung Gemini

Zu diesem Zeitpunkt steht der Radiant, also der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen im Sternbild Zwillinge (lateinisch Gemini), an seiner höchsten Position im Süden auf etwa 70 Grad Höhe über dem Horizont. Das bedeutet, dass fast alle der möglichen Sternschnuppen tatsächlich sichtbar sein werden.

Aktivster Sternschnuppenstrom

Da die Geminiden der aktivste Sternschnuppenstrom des ganzen Jahres sind, können in diesen Stunden zwischen 120 und 150 Meteore, wie die Sternschnuppen wissenschaftlich korrekt bezeichnet werden, am Himmel auftauchen. Ein einzelner Beobachter kann natürlich nicht den gesamten Himmel im Auge behalten, so dass diese Zahl vielleicht auf die Hälfte sinkt. Aber auch das sind mehr als genug Sternschnuppen.

Relativ langsam unterwegs

Die Geminiden sind relativ langsame Meteore, die im Vergleich zu den August-Perseiden gemächlich über den Himmel ziehen. Nur das Wetter ist wie immer der beschränkende Faktor. Falls es klar sein sollte, suche man sich einen dunklen Beobachtungsplatz im Sternenpark Westhavelland außerhalb von Ortschaften. Einige empfohlene Beobachtungsplätze finden sich online auf www.sternenpark-westhavelland.de. Zusätzlich leisten ein Liegestuhl, warme Kleidung und heißer Tee gute Dienste. Optische Hilfsmittel werden nicht benötigt.

Jupiter überholt Saturn

Das zweite besondere Ereignis findet nur alle 20 Jahre statt: eine sogenannte große Konjunktion. Das bedeutet, dass der größte Planet im Sonnensystem, der Jupiter, den zweitgrößten Planeten, den Saturn, überholt. In der Abenddämmerung des 21. Dezember stehen die beiden Riesenplaneten knapp über dem südwestlichen Horizont dicht beieinander.
Mit einem Zehntel Grad Abstand sind sie nur mit Mühe mit bloßem Auge voneinander zu trennen. Beim Blick durch  ein Teleskop befinden sich beide Planeten in einem Gesichtsfeld. Auch in den Tagen davor und danach kann die Bewegung der Himmelskörper gut beobachtet werden.

Mars wird kleiner und kleiner

Nach dem Jahreswechsel verschwinden Jupiter und Saturn kurzzeitig von der Himmelsbühne. Der Planet Mars ist zwar immer noch auffällig, aber für Teleskopbeobachtungen nun kaum noch interessant. Seine größer werdende Entfernung zur Erde lässt ihn immer kleiner und kleiner werden.