Sternenpark Westhavelland: Juni: Viele Planeten statt dunkler Nächte

Die schönsten Nachtleuchtenden Wolken des Jahres 2019 am 21. Juni.
Thomas BeckerZum Beispiel die anderen Planeten des Sonnensystems. In diesem Monat können wir die fünf hellsten von ihnen sehen. Der Merkur ist im ersten Monatsdrittel tief am abendlichen Dämmerungshimmel zu finden, was aber nur geübten Beobachtern gelingen wird.
Etwa ab Mitternacht folgen dann dicht nebeneinander im Südosten erst der hell weiß leuchtende Jupiter und dann der eher beige-farbene etwas schwächere Saturn. Die beiden größten Planeten des Sonnensystems werden aber erst im Juli ihre beste Sichtbarkeit erreichen. Sie bieten aber schon jetzt einen herrlichen Anblick im Teleskop, auch wenn sie wie schon 2019 nur geringe Höhen über dem Horizont erreichen. Nur etwa fünf Grad trennen die beiden Gasplaneten noch voneinander. Am 21. Dezember dieses Jahres wird der Jupiter den Saturn schließlich überholen. Ein Ereignis, dass sich nur alle 20 Jahre ereignet und „Große Konjunktion“ genannt wird. An diesem Winterabend wird man die Planeten nebeneinander im Teleskop bewundern können.
Später am Morgenhimmel betritt schließlich der orangefarbene Mars die Himmelsbühne. Er ist selbst im Teleskop noch kein lohnendes Objekt und wird erst im September und Oktober dieses Jahres eine ansehnliche Größe erreichen.
Die Venus steht am 3. Juni neben der Sonne beginnt aber schon Mitte Juni eine sehr lange Morgensichtbarkeit, die bis in den Januar 2021 dauern wird. Im Juni kann schon mit einem Feldstecher die schmale Sichelform des strahlend weißen Morgensterns in der hellen Morgendämmerung erkannt werden.
Ein weiteres Phänomen welches für die fehlende Dunkelheit im Juni und Juli ein wenig entschädigt sind die leuchtenden Nachtwolken. Silbrig schimmernde Eiswolken in über 80 Kilometern Höhe, die nur während dieser beiden Monate gelegentlich am nördlichen Horizont nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang in der Dämmerung gesehen werden können. Ihre faserige manchmal wellenförmige Struktur unterscheidet sie deutlich von „normalen“ Wolken, die zudem in viel niedrigeren Höhen nicht mehr von der Sonne beleuchtet werden und dunkel erscheinen.
Zuletzt sei noch die Halbschattenmondfinsternis am 5. Juni erwähnt. Die maximale Phase wird um 21:26 Uhr erreicht, wenn der Mond gerade über den Horizont geklettert ist. In der fast noch taghellen Dämmerung ist die leichte Verdunkelung des unteren Mondrandes wahrscheinlich selbst für den versierten Sterngucker kaum wahrzunehmen. Es bedarf eines absolut klaren Himmels und wenn möglich eines Feldstechers.
Monatsinformationen
Vollmond - 05.06. / Letztes Viertel - 13.06. / Vollmond - 21.06. / Erstes Viertel - 28.06.
Informationen unter: www.sternenpark-westhavelland.de/veranstaltungen
Das Corona-Virus bestimmt weiter das Veranstaltungsgeschehen. Bitte informieren Sie sich auf der Webseite über den aktuellen Stand. Die Veranstalter des Westhavelländer Astrotreffs haben sich schweren Herzens dafür entschieden, den 10. WHAT auf 2021 zu verschieben. 2020 wird es daher kein Sternfreundetreffen auf dem Sportplatz in Gülpe geben.