Sternenpark Westhavelland
: Mai 2019: Planet, Zwergplanet oder Kleinplanet?

Wie viele Planeten unser Sonnensystem hat, wissen die meisten Laien nicht. Neun sind es nicht!
Von
Thomas Becker
Parey
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Apollo-Asteroid Phaeton (3200) wandert am Sternhaufen Messier 34 vorbei.

Thomas Becker

In meinen Augen ja, denn sonst gäbe es irgendwann unzählige Planeten im Sonnensystem. Ähnliches ist schon Anfang des 19. Jahrhundert passiert, als 1801 der erste Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter entdeckt wurde. Der „Ceres“ getaufte Körper wurde als Planet katalogisiert, auch wenn er im Teleskop nur als sternförmiges Objekt und ohne Details erschien.

In den darauffolgenden Jahren wurden weitere Himmelskörper entdeckt, so dass das Sonnensystem schließlich bis zu 14 Planeten beinhaltete. So wurde schließlich für diese kleinen Objekte die Klasse der Kleinplaneten oder Asteroiden eingeführt. Ceres war mit einem Durchmesser von etwa 960 Kilometern der größte Kleinplanet. Heute sind tausende Kleinplaneten im Asteroidengürtel bekannt.

1930 wurde schließlich Pluto entdeckt, als erstes Objekt im sogenannten Kuiper–Gürtel. Genau wie 129 Jahre zuvor bei Ceres wurde er als Planet eingestuft, bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts mehr und mehr große Objekte in dieser Region gefunden wurden. Schließlich brachte die Entdeckung von „Eris“ den Planetenstatus von Pluto zum Kippen, denn Eris ist etwa gleich groß wie Pluto. Da Pluto, der immerhin etwa 2.300 Kilometer Durchmesser aufweist, aber auch nicht zu einem Kleinplaneten degradiert werden sollte, ersann die Internationale Astronomische Union die neue Objektklasse  der Zwergplaneten.

Wie ist nun ein Planet definiert? Die folgenden drei Kriterien müssen erfüllt sein: 1) Das Objekt muss um die Sonne kreisen. 2) Das Objekt muss genug Masse haben um ein hydrostatisches Gleichgewicht zu erreichen. Das bedeutet, er muss annähernd kugelförmig sein. 3) Das Objekt muss seinen Bahnbereich von anderen ähnlich großen Körpern befreit haben.

Körper, die 1) nicht erfüllen, werden als Monde bezeichnet. Es gibt Monde die größer sind als der Planet Merkur. Körper die 2) nicht erfüllen werden als Kleinplaneten oder Asteroiden eingestuft. Körper, die 3) nicht erfüllen, bilden die neue Gruppe der Zwergplaneten. Das ist bei Pluto, Eris und auch Ceres der Fall. Weitere Zwergplaneten sind Makemake, Quaoar, Haumea, Orcus und Sedna. Sie sind kugelförmig, aber es gibt zu viele andere große Himmelskörper auf ähnlichen Bahnen. So ist im Moment der Stand der Dinge, auch wenn es Astronomen gibt, die mit dieser Einteilung nicht sehr glücklich sind. Zwerg– und Kleinplaneten zu beobachten ist eher unspektakulär. Im Teleskop erkennt der Beobachter nicht mehr als einen Lichtpunkt. Spannender sind da schon erdbahnkreuzende Asteroiden, deren Bewegung manchmal direkt mit dem Auge verfolgt werden kann. So etwas ist in der Astronomie sehr selten. Das Foto zeigt die Spur des erdnahen Asteroiden Phaeton im Verlauf von 12 Minuten, während er an einem Sternhaufen vorbei wandert. Am 29. Mai steht der Zwergplanet Ceres in seiner günstigsten Beobachtungsposition und ist immerhin schon mit einem Fernglas und einer guten Sternkarte zu identifizieren. Spannender sind jedoch die großen Planeten Jupiter und Saturn, die in den nächsten Monaten wieder besser zu beobachten sein werden.

Mondphasen: Neumond — 05.05. / Erstes Viertel — 12.05. / Vollmond — 18.05. / Letztes Viertel — 26.05.;Hinweis: Am 3. und 9. August finden erstmals Anfänger–Fotokurse für Nachtfotografie statt. Mehr Infos auf www.sternenpark–westhavelland.de/veranstaltungen;Fr. 17.05. / 23.00 Uhr: „Vollmondspaziergang“ — Nachtwanderung mit T. Becker in Parey (10 Euro). Infos dazu auf www.zumnordlicht.com/sternenpark, Anmeldung per E–Mail an info@zumnordlicht.com oder telefonisch unter 0176/78935281.