Sternenpark Westhavelland
: Schwächelnder Beteigeuze im Sternbild Orion

Supernova bildet das Ende eines Sterns. Beteigeuze könnte schon morgen oder erst in 10.000 Jahren explodieren, wie Thomas Becker meint.
Von
René Wernitz
Parey/Havelland
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  • Im roten Kreis zu sehen ist Beteigeuze, der das linke obere Ende des Sternbilds Orion bildet.

    Im roten Kreis zu sehen ist Beteigeuze, der das linke obere Ende des Sternbilds Orion bildet.

    Thomas Becker
  • Fotografiert im westhavelländischen Sternenblick Parey: Zu sehen ist eine am 2. Januar binnen zehn Minuten entstandene Strichspuraufnahme von den Starlink-Satelliten.

    Fotografiert im westhavelländischen Sternenblick Parey: Zu sehen ist eine am 2. Januar binnen zehn Minuten entstandene Strichspuraufnahme von den Starlink-Satelliten.

    Thomas Becker
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Der riesige Beteigeuze bildet im Sternbild Orion, das im Winter besonders gut zu sehen ist, das linke obere Ende. Eigentlich ist Beteigeuze, dessen Durchmesser tausendmal größer ist als der unserer Sonne, einer der hellsten Sterne am nächtlichen Firmament. Zuletzt aber schwächelte er, was hier und dort zu Spekulationen führte. Denn ein Stern mit schwächer werdender Leuchtkraft, könnte dem Ende seines Daseins entgegen strahlen.

Tatsächlich klingt es in manchen Medien so, als stünde eine Supernova unmittelbar bevor. Das ist eine finale Explosion, die auch von der Erde aus sehr gut zu beobachten wäre. Dass Beteigeuze kurz vor der Explosion steht, stimme aber nur in astronomischen Maßstäben, meint Thomas Becker, der im und für den Sternenpark Westhavelland tätig ist: „Es kann morgen oder erst in 10.000 Jahren passieren. Solche Helligkeitsschwankungen sind bei Sternen dieser Art üblich und wurden auch bei Beteigeuze schon häufiger beobachtet.“

Da etwa 700 Lichtjahre entfernt, benötigen Beteigeuzes Lichtstrahlen rund 700 Jahre, um die Erde zu erreichen. Ein Lichtjahr steht für 9,5 Billionen Kilometer. Die Distanz zwischen uns und dem schwächelnden Stern ist also unfassbar groß. Zum Glück vielleicht! Denn niemand kann mit Bestimmtheit sagen, was aus Beteigeuze wird, wenn er gestorben ist. Auch Hobbyastronom Thomas Becker geht davon aus, dass sich ein sogenannter Neutronenstern bilden wird. Solche Objekte bestehen aus extrem verdichteter Restmaterie und sind nur zehn bis 15 Kilometer groß im Durchmesser.

Alternativ zu diesem Finale wurde schon vor Jahren darüber spekuliert, ob der Stern sich in ein Schwarzes Loch verwandeln könnte. So was kann auch passieren nach Supernovae. Der Schwerkraft supermassereicher Schwarzer Löcher ist die Umgebung praktisch hilflos ausgeliefert — sie wird sozusagen auf Nimmerwiedersehen verschluckt. Doch tendiert die Mehrheit der Experten offenbar in die andere Richtung, wonach Beteigeuze zu einem Neutronenstern werden dürfte.