Eine alte Ansichtskarte aus Kotzen belegt, dass dort früher ein Bahnhaltepunkt war. Tatsächlich verlief die 1900/1901 in Betrieb genommene Strecke zwischen Rathenow und Nauen durch das Dorf. Ebenso waren Senzke, Haage, Kriele, Landin, Stechow und Ferchesar per Bahn zu erreichen.
Gerade der idyllisch am Ufer des Ferchesarer Sees gelegene Ort profitierte in erheblicher Weise. Denn durch den damaligen ÖPNV gelangten Ausflügler aus Rathenow und Nauen ins Dorf, das alsbald als "Perle des Havellands" bekannt war. Laut Wikipedia-Beitrag über die einzige Schmalspurbahn im Westhavelland wurden in den Sommermonaten sogar Verstärkungszüge für den Ausflugsverkehr nach Ferchesar eingesetzt. Bis 1914, Beginn des Ersten Weltkriegs, stieg das Reise- und Güterverkehrsaufkommen ständig an.
Der Zweite Weltkrieg hatte drastische Konsequenzen auf den Schmalspurbahnverkehr im westlichen Havelland. Laut Wikipedia wurde er zwar im Juli 1945 zwischen Rathenow und Kotzen wieder aufgenommen. Doch schon im Spätsommer erfolgte die Demontage der Gleisanlagen. Östlich von Ferchesar erinnert der gerade Verlauf des unbefestigten Kotzener Wegs, im Volksmund auch Appelweg genannt, an den dortigen Streckenabschnitt.
Rathenow  war derweil Bahnknotenpunkt geblieben. Dort kreuzten sich weiter zwei Strecken. Die Lehrter Stammbahn zwischen Lehrte (Hannover/Niedersachsen) und Berlin war bald nach 1870 in Betrieb genommen worden. Zudem gab es die 1904 eröffnete Brandenburgische Städtebahn. Ein Rest davon besteht in der Verbindung der Hauptbahnhöfe in Rathenow und Brandenburg/Havel. Ursprünglich weit darüber hinaus bestehende Verbindungen nach Belzig und Treuenbrietzen im Süden sowie Rhinow und Neustadt/Dosse im Norden wurden gekappt. 2003 diktierte auch Sparzwang im westhavelländischen Bereich.
Eine Reaktivierung ist nicht möglich, da die Gleisanlagen nicht mehr existieren. Nur vor dem Bahnhof in Rathenow liegt noch ein Gleisstück, das unter Denkmalschutz steht.