Verbraucherschutz
: Matratze für 2.999 Euro: Haustürgeschäft geplatzt

Aus Anlass des Weltverbrauchertags resümierten die Rathenower Beraterinnen, was 2018 den Großteil ihrer Arbeit ausmachte.
Von
René Wernitz
Rathenow
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Beraterteam in Rathenow: Sabine Weiß (re.) und Katrin Hofschläger.

René Wernitz

Aus Anlass des Weltverbrauchertags 2019, am 15. März, haben Weiß und Hofschläger vor Journalisten das Vorjahr Revue passieren lassen. Rechtliche Beratung erhielten annähernd 670 Menschen. In Sachen Ernährung kam es zu 100 Besuchen in der Beratungsstelle, die sich im Erdgeschoss des Rathauses, Berliner Straße 15, befindet. Darüber hinaus gastierte Katrin Hofschläger zu rund 40 Vorträgen in Unternehmen, Schulen und anderen Einrichtungen. Überdies untersuchte sie für das rbb–Verbrauchermagazin "Supermarkt“ verschiedene Fertiggerichte auf deren Salzgehalt hin, der deutlich zu hoch war.

In ihrem Rathenower Beratungsraum steht eine Ampelgestalt, die zu Aha–Effekten führen kann. Aktuell wird von vielen Seiten eine sogenannte Lebensmittelampel auf Verpackungen gefordert, die den Gehalt verschiedener Inhaltsstoffe gut sichtbar als „niedrig“ (grün), „mittel“ (gelb) und „hoch“ (rot) darstellen soll. Doch glaubt Hofschläger, dass sich die Ampel in Deutschland nicht durchsetzen wird. Indes befindet diese sich in Frankreich bereits in Betrieb.

Derweil ist für Sabine Weiß der persönliche Knaller des Vorjahrs eine Matratze für 2.999 Euro gewesen. Einem Rentner aus dem Milower Land sei sie sozusagen an der Haustür angeboten worden. Da er nicht gut bei Kasse war, durfte der ältere Herr den Kauf finanzieren. Die Matratze wurde geliefert. Glücklicher Weise fiel dem Mann noch rechtzeitig ein, dass er sie gar nicht haben will.  Nach Rücksprache mit der Rathenower VZB–Beraterin widerrief er sowohl den Kauf als auch die Finanzierung. Letztlich kam er finanziell ungeschoren davon.

Haustürgeschäfte sind nicht verboten. Doch egal was da gehandelt wird, besteht ein 14–tägiges Widerrufsrecht. Mitunter kommt man da schneller wieder an sein Geld als bei Internetgeschäften. Laut Sabine Weiß stellen sogenannte Fake–Shops, also Händler, die keine sind, ein großes Problem dar. Denn die bestellte Ware werde zwar bezahlt, allerdings werde nie geliefert, so Weiß. Die Kundschaft werde zur Vorauskasse genötigt, da andere Zahlungsarten nicht geboten werden. Verbraucherschützer arbeiten dem Portal www.onlinewarnungen.de zu, sobald ein weiterer Fake–Shop enttarnt ist. Die Warnungs–Liste von A bis Z ist schon sehr lang. Die Alarmglocken sollten klingeln im Kopf, wenn beispielsweise Damen– und Herrenschuhe auf  autolackiererei–mattern.de angeboten werden.

Insgesamt gesehen stellt der Verbraucherschutz im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung eine enorme Herausforderung dar. Deshalb rückte die VZB das diesbezügliche Themenbündel in den Fokus rund um den diesjährigen Weltverbrauchertag. Sogenannte „Tool Tüten“ mit relativ leicht verständlichem Infomaterial konnten sich Besucher der Beratungsstellen schon am Donnerstag abholen, auch in Rathenow.

Sabine Weiß steht dienstags (10.00 bis 13.00 Uhr), donnerstags  (10.00 bis 13.00 sowie 14.00 bis 18.00 Uhr) und freitags (9.00 bis 12.00 Uhr) zur Verfügung. Individuelle Termine können unter  0331/98229995 vereinbart werden. Das Telefon ist montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr geschaltet. Auch werden hier Terminwünsche zur Beratung durch Katrin Hofschläger entgegen genommen. Sie sitzt aber nur donnerstags im Beratungsraum. Übrigens ist die Expertin nur in Teilzeit für die VZB tätig. Zudem unterrichtet sie Ernährung und Hauswirtschaft an der AWO–Sozialschule in Premnitz.