Viren im Computer?: Sabine Weiß warnt vor Online-Kriminellen

So kann es aussehen, wenn jemand online Zugriff auf einen fremden Computer erlangen will.
Sabine WeißIn den letzten Tagen sei die VZB selbst von einem solchen Anruf betroffen gewesen. Der Anrufer hätte in gebrochenem Deutsch vorgegeben, dass der Computer des Mitarbeiters gehackt worden sei und durch Dritte versucht würde, die IP-Adresse zu missbrauchen. Der Mitarbeiter würde zu einer Microsoft-Sicherheitsfirma gehören, die bei der Problembehebung unterstützt. Anschließend habe der Anrufer den VZB-Mitarbeiter aufgefordert, die Ereignisanzeige auf seinem Computer aufzurufen. Dort aufgeführte Fehlermeldungen sollten ihm die Dringlichkeit des Anrufs aufzeigen.
Nach Schilderungen betroffener Verbraucher sei bekannt, so Sabine Weiß, dass die Abzocker im Anschluss versuchen, den Verbraucher dazu zu bewegen, eine Fernsteuerungs-Software zu installieren. Über diese Software versuchen die Anrufer Schadsoftware zu platzieren oder auch persönliche Daten abzugreifen.
Derzeit würden sich auch Verbraucher melden, denen durch ein Pop-Up-Fenster während des Besuchs einer Internetseite dringender Handlungsbedarf vermittelt wird. Entweder werden die Verbraucher aufgefordert, eine aktuelle Version des Virenprogramms herunterzuladen und holen sich dadurch erst den Virus auf ihren Computer oder aber die Verbraucher rufen die angegebene Telefonnummer an und werden wiederum aufgefordert, eine Fernsteuerungs-Software zu installieren. Im Anschluss erhalten Betroffene für die Behebung der angeblichen Computerprobleme sowie für vermeintlich abgeschlossene Wartungsverträge Rechnungen.
„All diese Maschen verfolgen ein gemeinsames Ziel: Daten des Verbrauchers abgreifen und Geld erlangen“, so Sabine Weiß, die in Rathenow die VZB-Beratungsstelle leitet. Die angebotene Hilfe sei immer nur ein Vorwand. So schicke nach eigenen Angaben Microsoft unaufgefordert weder E-Mails, noch fordern Mitarbeiter per Telefon oder Hinweis am PC persönliche Daten an.
„Wir raten allen Betroffenen, solche Anrufe schnellstmöglich zu beenden“, so Weiß weiter. Verbraucher sollten auf keinen Fall persönliche Daten von sich preisgeben und keine Fernsteuerung des Computers zulassen. „Haben die angeblichen Supportmitarbeiter bereits Zugriff darauf erhalten, sollten Verbraucher den PC sofort vom Internet trennen und Passwörter und Zugangsdaten ändern“, rät die Verbraucherschützerin weiter. Auch eine anschließende Untersuchung des Computers auf schädliche Software durch einen Experten sei wichtig.