In den frühen Morgenstunden des 2. Mai 1945 wurde die Front bei Havelberg von sowjetischen Einheiten der 61. Armee durchstoßen. Nach verlustreichen Kämpfen konnten am Nachmittag deutsche Einheiten das weitere Vordringen der Roten Armee in Richtung Tangermünde kurzzeitig stoppen. Doch schon im Laufe des nächsten Tages wurden die deutschen Verteidiger von Soldaten der polnischen 1. Armee gezwungen, sich entlang der Elbe in südliche Richtung zurückzuziehen. Nur unter hohem Einsatz gelang es den Deutschen danach auf der Höhe von Klietz, die südwärts, an der Elbe vordringenden polnisch-sowjetischen Verbände vorübergehend zu stoppen. In Anbetracht der Bedrohung seiner Nordflanke befahl General Wenck den Rückzug der sich überwiegend im Kreis Jerichow II befindlichen Truppenverbände zur Elbe. Diese zogen sich nun in Absetzbewegungen kämpfend in Richtung Westen zurück.
Am 4. Mai 1945 kam es daraufhin im Raum Schollene - Molkenberg - Großwudicke – Zollchow - Schmetzdorf in den Vormittagsstunden zum letzten großen Gefecht im Elb-Havel-Winkel. Innerhalb von vier Stunden verloren auf einem Areal von nur 28 Quadratkilometern  etwa 2.700 deutsche, sowjetische und polnische Soldaten ihr Leben.
Ab dem Mittag des 3. Mai 1945 führten Abgesandte der 12. Armee mit dem Stab des 9. amerikanischen Armeekommandos in Stendal Verhandlung zur Kapitulation der deutschen Einheiten und der Überführung der kämpfenden Truppenteile über die Elbe in amerikanische Gefangenschaft. Der von deutscher Seite ebenfalls gewünschte Übergang von möglichst vielen deutschen Zivilsten wurde von den Amerikanern strikt abgelehnt.
Ab dem 6. Mai 1945 lag der immer kleiner werdende Kessel zwischen Hohengöhren und Ferchland in Reichweite der sowjetischen Artillerie.  Dabei kam es auch zum Beschuss amerikanischer Stellungen auf der Westseite der Elbe. Daraufhin räumten die Amerikaner diese fluchtartig und ermöglichten so tausenden von Zivilisten die Flucht von der Ost- auf die Westseite des Flusses. Damit haben diesen Menschen nicht die Amerikaner, sondern ungewollt die Russen den Weg in die erhoffte Freiheit geöffnet.
In den frühen Morgenstunden des 5. Mai 1945 besetzte die Rote Armee Böhne. Zu der Zeit begann das Übersetzen der deutschen Verbände über die Elbe. Die Amerikaner hatten dazu vorher die Benutzung der teilweise zerstörten aber wieder notdürftig für den Fußgängerverkehr hergerichteten Elbbrücke bei Tangermünde sowie den Fährverkehr bei Schönhausen, Tangermünde und Ferchland erlaubt.
Die polnisch-sowjetischen Angreifer attackierten nun die Ansammlung von deutschen Soldaten und Zivilisten im immer enger werdenden Kessel von drei Seiten. Unter dem massiven militärischen Druck kam es in der Folge zur Teilung des Kessels von Schönhausen, Fischbeck-Ferchland. Die letzten Kämpfe fanden am 7. Mai zwischen Fischbeck und Schönhausen statt. Dabei wurde der Elbdeich oftmals zur letzten Verteidigungslinie.
Nach Aufzeichnungen des Jerichowers Helmut Gralow hielten sich zu diesem Zeitpunkt etwa 500.000 Menschen im Umfeld der Stadt auf. Eine unglaubliche Ansammlung von Menschen, die sehnlichst und panisch vor Angst, nach Lösungen suchten, lebend über den Fluss zu kommen. Laut General Wenck gelang es letztendlich etwa 100.000 Soldaten und 300.000 Zivilisten, trotz Beschuss, lebend überzusetzen. Der amerikanische General Moore nannte dagegen nur 65.000 Soldaten, 6.000 Verwundete und 100.000 Zivilisten.
Doch nicht für jeden der sich auf der Westseite der Elbe bereits in Sicherheit fühlte, war der Albtraum von der drohenden sowjetischen Gefangenschaft vorbei. Denn im Laufe des 8. Mai wurden etwa 10.000 deutsche Soldaten, die sich bereits in amerikanische Kriegsgefangenschaft begeben hatten, wieder über den Fluss zurückgeführt und an die Rote Armee übergeben.
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Vierte Broschüre

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