Nach dem Drama um den Tod zahlreicher Rehe ist ein Zaun zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nationalpark Unteres Odertal in Brandenburg teilweise verlegt worden. Mit der Versetzung des festen Zauns im Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen auf einer Länge von elf Kilometern nach Westen hätten Wildtiere nun genügend Raum, um sich aus den regelmäßig von Hochwasser betroffenen Auenflächen zurückzuziehen, teilte das Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit.
Vor allem Anfang des Jahres waren vermehrt verletzte und verendete Wildtiere an dem 1,20 Meter hohen Zaun im Nationalpark nahe Schwedt entdeckt worden. Wegen des Oder-Hochwassers konnten sie ihn nicht wie sonst überspringen. Der Rückbau des alten Zauns, der laut Ministerium teilweise unter Wasser steht, begann am Mittwoch. Einzelne Durchlässe des neuen Zauns seien noch provisorisch durch Bauzäune gesichert und sollten noch durch Tore ersetzt werden.
„Durch den neuen Trassenverlauf schaffen wir Ausweichfläche für die Tiere und reduzieren die Eingriffe in den Nationalpark“, sagte die Leiterin des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Grüne). „Feste Zäune sind das zentrale Mittel im Kampf gegen die hoch gefährliche Afrikanische Schweinepest. So haben wir es in den letzten eineinhalb Jahren geschafft, die Ausbreitung (...) in Richtung Westen zu stoppen.“
Die Landrätin des Kreises Uckermark, Karina Dörk (CDU), sagte, die infizierten Wildschweine kämen nachweislich aus Polen. Deshalb müsse der Zaun so weit wie möglich östlich belassen werden.
Die ASP ist eine ansteckende Krankheit von Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft, eine Impfung gibt es bisher nicht. Die Seuche kann von Tier zu Tier oder über verseuchte Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend.