Anbau
: 1,35 Millionen für das Ei an der Waldrand-Grundschule

Mit einer Zeitkapsel feierten die Schüler der Waldrand-Schule die Grundsteinlegung ihrer neuen Aula.
Von
Katharina Schmidt
Schwedt
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Teamwork: Bürgermeister Jürgen Polzehl dirigiert die Befüllung der Zeitkapsel durch die Schülersprecherin Paula Ivers der Grundschule am Waldrand. Der Zylinder ist nun im Boden vergraben, auf dem die künftige Aula stehen wird.

Oliver Voigt

Eine Million für das Ei

Die 1976 erbaute Schule bekam in den vergangen Jahren schon ein Facelift verpasst in Form von neugestalteter Schulhöfe und einer sanierten Gebäudehülle. Jedoch vermissten die Schüler und Lehrer schmerzlich einen großen Raum für Veranstaltungen wie Konzerte, Feste oder Einschulungsfeiern. Vor sechs Jahren trat Schulleiter Ernst Hobohm an den Bürgermeister Jürgen Polzehl mit der Bitte heran, den 267 Kindern der Grundschule einen Mehrzweckraum zu schenken. Daraufhin folgte der Baubeschluss im Februar diesen Jahres mit einem Budgetrahmen von 1,36 Millionen Euro. Die Hälfte davon stemmt das Bundesförderprogramm „Soziale Stadt“, das zur Stabilisierung und Aufwertung strukturschwacher Stadt- und Ortsteile Mittel zu Verfügung stellt.

Der Wohnkomplex am Waldrand hat durch die Einwohnerabwanderung und die Schließung von Einkaufsmöglichkeiten stark gelitten. Daher ergreift die Stadt Schwedt Maßnahmen wie den Rückbau der Kaufhalle „Freundschaft“ und die Erneuerung der Friedrich-Engels-Straße, um das Gebiet aufzuwerten. Auch Erschließungsarbeiten für Eigenheimbau werden gerade gemacht.

Direktor Hobohm war am Tag der Grundsteinlegung ganz aus dem Häuschen und stellte Vergleiche mit der Hauptstadt an: „Gegen den Flughafen sind wir superschnell!“, ersehnte er sich den schnellen Baufortschritt des Ovals. Um den baulichen Meilenstein gebührend zu feiern, verewigten die Schüler diesen klirrend kalten Dezembertag mit einer Zeitkapsel, welche im Boden unter der Aula auf unbestimmte Zeit schlummern wird. Laut Hersteller soll der stählerne Zylinder 3000 Jahre den Naturkräften standhalten. Die Schülervertreter füllten die Hülle mit Namenslisten der derzeitigen Lehrkräfte, Mitarbeiter und Schüler, einer Ausgabe der tagesaktuellen MOZ und einem Gruß an die künftigen Schüler. Eine Klasse packte eine Seite mit ihren Fingerabdrücken in den Behälter. Schülersprecherin Paula Ivers legte zum Schluss einen Brief an die Finder hinein mit der Hoffnung, dass „die Aula viele lachende Gesichter sehen wird.“ Anschließend besang der Schülerchor mit Matrosenmützen den Gang der Kapsel in die Tiefen der Erde. Mehr oder weniger freudig kehrten die Grundschulkinder danach wieder in ihre Klassenräume zurück.

Möge es noch sehr lange dauern bis die Finder auf die vielen Botschaften aus der Vergangenheit stoßen werden.