Annalena Baerbock bei Enertrag
: 6000 Windräder – gesteuert vom Konzern in der Uckermark

Da kam selbst Außenministerin Annalena Baerbock ins Staunen. Enertrag ist ein Vorreiter in Sachen Energiewende und grüner Industrie. Für die Grünen-Politikerin öffnete das Unternehmen sogar sein Allerheiligstes in der Uckermark.
Von
Thorsten Pifan
Dauerthal
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Annalena Baerbock (3. von links) besucht das Energie-Unternehmen Enertrag in der Uckermark, das mit seinem Knowhow grüne Projekte weltweit vorantreibt.

Thorsten Pifan

Grüner Wirtschaftsmotor aus dem Norden Brandenburgs: Das Energie-Unternehmen Enertrag ist ein sogenannter Global-Player, wenn es darum geht, erneuerbare Energien und grüne Energieträger weltweit einzusetzen. Wie das Unternehmen dabei vorgeht und wie sich Enertrag vom Überzeugungstäter mit einer Windkraftanlage zum Konzern mauserte, davon machte sich jetzt die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock selbst ein Bild.

Ein Hahn kräht, auf einer Wiese füttert ein Mann mit weit ausladendem Hut die Hühner. Es gibt nur eine Straße in Dauerthal. Wer die Wohnhäuser zählen möchte, braucht kaum mehr als zwei Hände. Dafür sitzt dort an dem einen Ortsausgang eines der größten Energie-Unternehmen Brandenburgs – inmitten ländlicher Idylle.

Enertrag-Gründer Müller startete mit einer Windkraftanlage

Dabei hatte Unternehmensgründer Jörg Müller 1992 noch klein angefangen. Der Kernphysiker errichtete seinerzeit eine erste Windkraftanlage. Bis 1998 kamen 39 weitere hinzu und Müller gründete die Enertrag AG. Vorstandsvorsitzender ist heute Gunar Hering, der jüngst zum Energiemanager des Jahres ausgezeichnet worden ist.

Heute steuert Enertrag aus dem beschaulichen Dauerthal europaweit rund 6000 Windkraftanlagen. Da kam auch die Bundesaußenministerin über das Staunen ins Schwärmen und ließ sich die Steuerungswarte gleich ganz aus der Nähe vorführen – dabei war ein Besuch in dem besonders geschützten Bereich zunächst gar nicht vorgesehen.

Enertrag in der Uckermark: Einladung ins Allerheiligste auf dem Firmengelände

Doch Enertrag-Chef Hering steht für Transparenz und lädt seinen Gast samt Presse-Tross prompt ins Allerheiligste des Wind- und Fotovoltaik-Giganten ein. Fachsimpeln über die Sicherheit auch der Anlagen draußen auf dem ganzen Kontinent gibt es dabei inklusive.

Baerbock zeigt sich beeindruckt vom Pioniergeist, mit dem das Unternehmen gewachsen ist und das auch heute noch in ihm steckt. „Enertrag hat durch die effiziente Kombination von Windenergie und Fotovoltaik, grünem Wasserstoff, einem Batterie- und Wärmespeicher sowie einem eigenen Netz ein Verbundkraftwerk geschaffen, das zuverlässig erneuerbare Energie liefert“, sagt Enertrag-Sprecher Michael Rassinger.

Von grüner Energie zu grüner Industrie

In ihrer Begeisterung betont Baerbock, die ausdrücklich als Bundestagsabgeordnete und nicht als Außenministerin nach Dauerthal gekommen ist: Grüne Energie, grüner Strom, grüne Wärme, ja eine grüne Industrie und das von einem Akteur aus Ostdeutschland, das sei der Grundstein für Deutschland im globalen Wettbewerb mitzuhalten.

Enertrag-Chef Hering verweist insbesondere auf das Engagement in Afrika, wo derzeit aus der Uckermark heraus Märkte erschlossen werden, die es ermöglichen, die Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gas- und Erdöl-Produzenten zu minimieren. Gleichzeitig sorgten die Investitionen vor Ort dafür, dass in den ärmeren Regionen auch für die jungen Menschen dort eine Perspektive geschaffen werde.

Informationen über den Sachstand des Projekts von PCK und Enertrag

Baerbock erklärt dann noch, wie wichtig Kooperationen für die Transformation der Industrie sind. Enertrag und das PCK in Schwedt sei dabei ein gutes Beispiel. Im Gespräch hinter verschlossenen Türen hatte sich die Ministerin auch für den Sachstand des Projekts informieren lassen. PCK und Enertrag wollen in Schwedt die Energiewende vorantreiben und grünen Wasserstoff in industriellem Maßstab herstellen.

Schwer beeindruckt zeigt sich die Grünen-Politikerin auch von der Kantine des immer weiter aufstrebenden Energie-Unternehmens. Die sogenannte „Gerüchte-Küche“ ist auf den ersten Blick mit ansehnlichen schwarzen Ziegeln gedeckt. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Ziegel jedoch als kleine Solar-Kraftwerke, die ebenfalls einen Beitrag zum Enertrag-Energieverbund im mehr als beschaulichen Dauerthal liefern.

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