Arbeitsmarkt
: Jobcenter Uckermark in der Klemme

Es gibt überall freie Stellen, aber viele Langzeitarbeitslose sind kaum in der Lage, die Bedingungen zu erfüllen.
Von
Oliver Schwers
Angermünde
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Freie Jobs: Arbeitsagenturen und Jobcenter in der Uckermark haben eine Fülle von unbesetzten Stellen, die ihnen Arbeitgeber melden. Doch die Besetzung ist schwer. Der Anteil von Langzeitarbeitslosen steigt.

Wolfgang Kumm

Positiver Trend bei Jugend

Demgegenüber steht die Entwicklung bei den Jugendlichen: Junge Menschen im Alter unter 25 Jahren haben deutlich schneller eine Beschäftigung gefunden. Ihr Anteil ist demzufolge gesunken.

Besonders hervorheben will das Jobcenter die Situation bei den Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV). Hier zeigt der Trend seit Jahren nach unten. Im Jahresdurchschnitt gab es 8173 Bedarfsgemeinschaften. Das sind 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Jobcenter hat zwar erneut geschafft, viele Arbeitslose in eine Beschäftigung zu vermitteln oder anderweitig zu aktivieren. Jedoch steckt die Behörde in einer Klemme: Die Besetzung von Stellen ist schwierig, qualifizierte Fachleute kaum noch zu finden. Viele Jobcenter haben Probleme unterschiedlichster Art. Nur mit passgenauen Qualifizierungen ist es derzeit möglich, die Chancen auf eine Beschäftigung zu erhöhen. „Viele Langzeitarbeitslose bedürfen aber zunächst einer Stabilisierung, um der Qualifizierung überhaupt gewachsen zu sein“, so Michael Steffen.

In diesem Jahr legt das Jobcenter den Schwerpunkt auf junge Menschen und Familien. Dabei geht es besonders um diejenigen, die schon in zweiter Generation auf Sozialleistungen angewiesen sind. Hier soll einer weiteren Verfestigung entgegengewirkt werden.

Die Vermittlungsarbeit wird nach Einschätzung der Jobcenter–Leitung nicht einfacher. Immer stärker sind individuelle Unterstützungsangebote notwendig. Das beginnt bei einem einfachen Praktikum in einem Betrieb und reicht bis zur passgenauen Qualifizierung für eine freie Stelle. Die gibt es zwar überall, jedoch nicht branchenspezifisch. Bei kaum einem Arbeitgeber sind gleich mehrere Jobs gleicher Art unbesetzt. So lassen sich Gruppenkurse oder ähnliche früher angebotene Dinge kaum noch gestalten. Das Jobcenter setzt daher auf das Teilhabechancengesetz, bei dem Arbeitgebern teilweise der volle Lohn vom Staat über einen langen Zeitraum erstattet wird.