Ausstellung: Voll der Osten
Es gibt nicht viel, wovon der Berliner Fotograf Harald Hauswald begeistert ist. Vom Titel dieser Ausstellung schon: "Voll der Osten“. Sie wird am 14. April in Schwedt eröffnet.
Auf 20 Tafeln werden in der Katholischen Kirche am Vierradener Platz rund 100 Fotos von ihm gezeigt, die im Alltag der DDR entstanden sind. In den 1980er–Jahren zog Harald Hauswald durch Ost–Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten.
„Der Mensch steht im Mittelpunkt“, so lautete einer der Propagandasätze des Sozialistischen Realismus. Harald Hauswald verwirklichte diesen Anspruch auf ganz eigene Weise. Dafür bekam er keinen staatlichen Kunstpreis, sondern Ärger mit den SED–Behörden und der Stasi. Natürlich fotografierte Hauswald auch verfallene Fassaden, verkommene Eckkneipen und Schlangen vor Lebensmittelläden. Dennoch war seine Fotografie eine Liebeserklärung an die Menschen in der DDR.
Der Historiker und Buchautor Stefan Wolle, auch ein Ostdeutscher, hat zu den Bildern von Hausmann Texte geschrieben.
Darüber hinaus wurden 18 Videointerviews gedreht, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie das jeweils zentrale Foto einer jeden Tafel entstanden ist. Diese Videos können per QR–Code in der Ausstellung abgerufen werden.
Harald Hauswald ist Mitinitiator der Ostkreuz Agentur, die 1990 von sieben ostdeutschen Fotografinnen und Fotografen in Paris gegründet wurde. Heute zählt sie 22 Mitglieder und gilt als das renommierteste Fotografenkollektiv Deutschlands.
Ausstellungseröffnung: 14. April, St. Katharinenkirche Schwedt. Öffnungszeiten: Di–Fr und So von 14 bis 16 Uhr. Sa 10 bis 16 Uhr. An Feiertagen gelten Sonderöffnungszeiten.

