Babyboom
: Schon 16 Geburten im Schwedter Klinikum 2020

Das Klinikum Uckermark setzt auf natürliche Geburten und hat die Kaiserschnittrate deutlich reduziert.
Von
Eva-Martina Weyer
Schwedt
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  • Einfach glücklich: Stolz zeigen Anna und Mateusz Godyn aus Schwedt ihre Tochter Julia, die am 7. Januar im Asklepios Klinikum Uckermark zur Welt kam. Hebamme Agata Szczurowska hat die Arme um die Eltern gelegt.

    Einfach glücklich: Stolz zeigen Anna und Mateusz Godyn aus Schwedt ihre Tochter Julia, die am 7. Januar im Asklepios Klinikum Uckermark zur Welt kam. Hebamme Agata Szczurowska hat die Arme um die Eltern gelegt.

    Eva-Martina Weyer
  • Chef der Gynäkologie: Dariusz Jedrzejczak

    Chef der Gynäkologie: Dariusz Jedrzejczak

    Franz Roge
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Bisher wurden 16 Kinder in diesem Jahr im Klinikum geboren. Die Hebammen, Ärzte und Krankenschwestern hoffen auf viel Nachwuchs. Denn die Geburtenzahl war 2019, wo 316 Babys zur Welt kamen, gegenüber dem Vorjahr mit 367 Babys gesunken. Für 174 Jungen und 142 Mädchen hat 2019 das erste Bettchen im Klinikum Uckermark gestanden.

Jüngste Hebamme ist 21 Jahre

Der Chefarzt der Gynäkologie, zu der die Entbindungsstation zählt, heißt Dariusz Jedrzejczak. Er arbeitet seit einem Jahr am Hause und gibt unumwunden zu: „Auch nach 36 Jahren im Beruf kriege ich noch manchmal feuchte Augen bei einer Geburt, wenn die Mutter so glücklich ist. Das kann man mit nichts vergleichen.“

Ihm liegt am Herzen, dass die Frauen, wenn möglich, ihr Kind auf natürlichen Wege gebären. „Wir haben die Kaiserschnittrate von 45 Prozent auf 29 Prozent reduzieren können“, freut er sich. „Wir haben bessere diagnostische Möglichkeiten und können die Geburten besser planen. Die Frauen sind besser vorbereitet und wir schaffen es sogar, dass bei einer Steißlage das Kind auf natürliche Weise zur Welt kommen kann.“ Es müsse nicht immer der Kaiserschnitt sein. Wenn er erforderlich sei, werde er selbstverständlich gemacht.

Jüngste Hebamme im Klinikum ist die 21jährige Agata Szczurowska. Sie hat an der Universität Stettin drei Jahre Hebamme studiert und bekam nach ihrem Praktikum am Klinikum Uckermark gleich eine Festanstellung. Seit dem 23. Dezember gehört sie dazu und hat bisher acht Kindern auf die Welt geholfen. Ihre Pläne gehen aber weiter. In Polen kann man nach dem dreijährigen Studium noch eine Ausbildung bis zum Master machen. Das hat Agata in Angriff genommen.

„Wir haben jetzt die entsprechende Anzahl von Hebammen und sind gut ausgestattet“, sagt der Chefarzt. „Im April geht eine langjährige Kollegin in Rente. Aber ich habe schon eine Nachfolgerin in Anklam gefunden.“ Die Frauenklinik unter seiner Leitung ist auch Ausbildungsstation für künftige Hebammen. Das ist neben Krankenpflege eine gesonderte Berufsausbildung.

Hannah und Marie aus Schwedt sind im 1. Ausbildungsjahr zur Hebamme. „Ich wusste, dass ich irgendwas im Gesundheitswesen werden wollte, nur nicht was. Dann habe ich hier ein Praktikum gemacht und war gleich am zweiten Tag bei einer Geburt dabei“, erzählt Marie. „Das hat mich so mitgerissen und meine Entscheidung war gefallen.“ Ähnlich ist es Hannah ergangen.

Drei Söhne im Familienzimmer

Im Familienzimmer genießen Dennis Manthe und Nicole Brandt die neue Dreisamkeit mit ihrem Sohn Kenny, der am 14. Januar zur Welt kam. „Ich habe selbst die Nabelschnur durchschnitten, das war ein aufregender Moment“, erzählt Dennis Manthe.

Der Aufenthalt mit Verpflegung ist für frischgebackene Väter die ersten zwei Tage nach der Geburt kostenfrei. Der kleine Kenny hat schon Geschwister — Ive (8) und Vico (14). Sie haben sich im Familienzimmer bereits kennengelernt.

Für werdende Eltern und Großeltern findet an jedem 1. Dienstag im Monat um 18 Uhr eine Kreißsaalbesichtigung statt. Hebamme, Arzt und das Netzwerk gesunde Kinder sind mit dabei.