Baden in Angermünde: Blaualgen im Strandbad Wolletzsee – wo die Gefahr lauert

Eingang zum Strandbad Wolletzsee westlich von Angermünde: Vom Baden wird derzeit abgeraten, da der See mit Blaualgen belastet ist. Was das bedeutet.
Daniela Windolff- Gesundheitsamt warnt vor Baden im Wolletzsee bei Angermünde wegen Blaualgen.
- Blaualgen können giftig sein und Beschwerden wie Übelkeit, Hautreizungen, Atemnot auslösen.
- Kinder und Hunde besonders gefährdet – gründliches Abduschen bei Kontakt empfohlen.
- Wasserqualität wird regelmäßig überwacht; Baden bis auf Widerruf nicht empfohlen.
- Alternative Badeseen: Bauernsee, Peetzigsee, Parsteinsee – Wasserqualität dort aktuell gut.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Endlich Sommerferien! Da lockt es bei schönem Wetter Ferienkinder und Urlauber an die zahlreichen Seen der Uckermark. Besonders beliebt bei Familien ist das bewachte Strandbad am Wolletzsee in Angermünde mit Sprungturm, Bootsverleih und Spielplätzen. Doch schon am ersten Ferienwochenende wurden die Badefreuden im wahrsten Sinne des Wortes getrübt.
Das Wasser im Badebereich ist trübe und mit blaugrünen Schlieren durchzogen. Die erfahrenen Bademeister und Rettungsschwimmer vermuteten bereits am Sonntag (27.7.) Blaualgen im See und gaben per Lautsprecher Warnhinweise für die Besucher durch. Am darauffolgenden Montag, 28.7. 2025, wurde das Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark informiert.
Gesundheitsamt entdeckt Blaualgen bei Wasserproben
Mitarbeiter kontrollierten die Wasserqualität vor Ort und stellten zunächst optisch eine Algenansammlung an der Badestelle im Strandbad fest. Ob es sich wie vermutet um Blaualgen handelt, wird durch eine Badewasserprobe labortechnisch untersucht. Am Dienstag wird durch den Gesundheitsdienst eine Probe im Wolletzsee entnommen und zur mikroskopischen Untersuchung in das Labor der LWU-Hygiene Eberswalde geschickt.
Doch schon jetzt wird vor dem Baden und Schwimmen im Wolletzsee gewarnt, denn Blaualgen können ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Gefahr im Wolletzsee: Blaualgen produzieren Gifte
Blaualgen sind eigentlich keine echten Algen, sondern Bakterien, die als Cyanobakterien bekannt sind. Sie sind in vielen Gewässern zu finden und können bei starker Vermehrung, der sogenannten Blüte, gesundheitsschädliche Toxine (Gifte) produzieren.
Das Verschlucken von Wasser mit Blaualgen oder Hautkontakt können zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, Fieber, Atemnot und anderen Beschwerden führen. Insbesondere bei kleinen Kindern sollte man deshalb schon beim geringsten Verdacht auf Blaualgen kein Risiko eingehen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können auftreten, wenn algenhaltiges Wasser in größeren Mengen oder an mehreren Tagen hintereinander geschluckt werden.
„Kinder und Kleinkinder sind besonders gefährdet. Falls Beschwerden wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Hautreizungen oder Quaddeln nach dem Baden auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden“, warnt Antje Haese vom Gesundheitsdienst. Bei Kontakt mit Blaualgen sollte man sich gründlich abduschen und das Wasser keinesfalls verschlucken. Übrigens sind Blaualgen auch für Hunde gefährlich, die man deshalb auch von belasteten Gewässern fern halten sollte.
Für Kinder und Hunde ist Baden im Wolletzsee derzeit gefährlich
Doch wie erkennt man Blaualgen? Antje Haese, Teamleiterin Hygiene und Umweltmedizin im Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark, erklärt: „Blaualgen sind durch eine bläulich grüne Trübung des Wassers und Schlierenbildung zu erkennen. Es bilden sich Algenteppiche an der Oberfläche, die sich wolkenartig im Wasser verteilen. Der Aufenthalt insbesondere in ufernahen Bereichen mit sichtbaren Cyanobakterienentwicklungen sollte vermieden werden.“
Am Strandbad Wolletzsee sind Warnhinweise zur Information für die Badegäste angebracht worden. Damit wird den Besuchern empfohlen, bis auf Widerruf auf das Baden zu verzichten. Des Weiteren wird durch das Gesundheitsamt die Wasserqualität an dieser Badestelle in kurzfristigen Abständen überwacht.
Regelmäßige Wasser-Kontrolle im Strandbad Wolletzsee
Blaualgen sind Bakterien, die sich überall in Gewässern befinden und bei einer normalen Konzentration ungefährlich sind. Gefährlich können sie aber werden, wenn sie sich stark vermehren, wie offensichtlich aktuell im Wolletzsee. Dazu führt ein hoher Nährstoffgehalt im Gewässer, aber auch eine steigende Wassertemperatur kann das Blaualgen-Wachstum rasant steigern.
Im Sommer kommt es immer wieder in den sonst sehr klaren Badegewässern der Uckermark in unterschiedlich ausgeprägter Form zu Algen- und auch Blaualgenansammlungen, der sogenannten „Wasserblüte“. Auch der Wolletzsee ist leider immer wieder davon betroffen.
Wo man rund um Angermünde baden kann
Doch wo gibt es Alternativen für Wasserratten in den Sommerferien? Rund um Angermünde gibt es zahlreiche Badeseen mit sauberem Wasser, zum Beispiel der Bauernsee (Petschsee) bei Dobberzin, der Peetzigsee in Greiffenberg oder der Parsteinsee mit Badestellen in Herzsprung und in Parstein im Strandbad mit Spielplatz und Gastronomie.
Das Strandbad Wolletzsee ist allerdings das einzige bewachte Badegewässer in der Region. Das Bundesumweltamt rät: Langsam ins Wasser gehen, ohne Schlamm aufzuwirbeln. Wenn man knietief im Wasser stehen und noch die Füße erkennen kann, steht dem Badespaß nichts entgegen.
Da sich Situation an den Seen und Badestellen aufgrund von wechselnden Witterungs- und Windverhältnissen innerhalb weniger Stunden verändern kann, werden die Bürger gebeten, dem Gesundheits- und Veterinäramt Uckermark Auffälligkeiten bei der Wasserbeschaffenheit mitzuteilen. Die Badegäste können dann durch den Gesundheitsdienst im Bedarfsfall kurzfristig vor potenziellen gesundheitlichen Gefahren gewarnt werden.
Für die Überwachung der Badegewässer und zur Beratung steht in der Region Angermünde Antje Haese zur Verfügung (Tel. 03984 702253).





