Betreuung
: Zu alt oder zu jung für die Seniorengruppe

Die MAQT Angermünde organisiert die Seniorenbetreuung in den Orten. Doch es wird schwerer, Leute dafür zu gewinnen.
Von
Kerstin Unger
Angermünde
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Treffen der Generationen: Senioren aus Angermünde hatten Kinder aus der Kita „Knirpsenland“ zu Gast. Am Kaffeetisch und später bei Spielen kamen sie schnell ins Gespräch. Beide Seiten waren begeistert. Deshalb ist bald eine Wiederholung geplant.

Kerstin Unger

Seit 2006 sichert die Märkische Ausbildungsgesellschaft–, Qualifizierungs– und Trainingszentrum Angermünde (MAQT) die Seniorenbetreuung durch MAE–Stellen ab. Doch die Arbeit wird immer schwieriger. Das geht aus einem Informationsbericht der MAQT an den Angermünder Seniorenbeirat hervor. Nicht nur, weil die MAE–Stellen im Landkreis durch das Jobcenter stetig gekürzt werden. Ihre Zahl ist uckermarkweit auf 550 Stellen zurückgegangen. Es stehen auch immer weniger Leute zur Verfügung, die diese Aufgabe übernehmen wollen oder können.

Viele Arbeitslose sind in einer Ausbildung oder wieder auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Andere sind für diese Aufgabe nicht geeignet, informierte die 2. Vorsitzende des Vorstandes, Sigrun Patzer. Es sei  auch schwierig, ALG–II–Empfänger für diese Tätigkeit zu motivieren. Es mangelt an der Bereitschaft und dem Interesse von erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen. Oftmals fehlt ein Führerschein. Es  kommt aber auch vor, dass Senioren die ihnen zugewiesene Person ablehnen.

Derzeit kümmern sich fünf Betreuer der MAQT um die Seniorenarbeit in Stolpe, Crussow, Greiffenberg/Günterberg, Angermünde und Bruchhagen. Wöchentlich werden Beschäftigungsnachmittage vorbereitet. Dafür wird eingekauft, Kaffee gekocht und Kuchen gebacken. Es finden Spielnachmittage, Veranstaltungen und Vorträge statt. Die Seniorenbetreuer organisieren seniorengerechte Fahrten und Ausflüge. Auch allgemein interessierende Vorträge zum Beispiel von Apotheken, der Polizei, von Imkern oder über die Themen Hospiz, Erbrecht, Patientenverfügung, Leben im Alter sowie das neue Pflegestärkungsgesetz stehen auf dem Programm.

Betreuungsbedarf besteht nach Aussage der stellvertretenden MAQT–Chefin in Frauenhagen, Kerkow, Wilmersdorf und Altkünkendorf, da es in diesen Ortsteilen größere Gruppen gibt. Zum 31. Dezember vergangenen Jahres ist das Projekt „Soziale Teilhabe“ nach drei Jahren ausgelaufen, in dem zwei Mitarbeiter in Frauenhagen, Altkünkendorf, Wilmersdorf und Welsow im Einsatz waren.

Viele Senioren aus den Ortsteilen würden gerne mehr Veranstaltungen in der Kernstadt besuchen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so wurde übermittelt, kämen sie jedoch nicht dorthin. Außerdem wurde kritisiert, dass die Informationen über Fahrten, die der Seniorenbeirat organisiert, zu spät in den Dörfern ankommen oder keine Plätze mehr vorhanden sind. Für die nächste Seniorenbörse soll der Hinweis zur fehlenden Mobilität beachtet werden, erklärte die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Margrit Jordan.

Über ihre Erfahrungen als Seniorenbetreuerin der MAQT berichtete im Seniorenbeirat Frieda Ringler. Sie organisiert seit mehr als elf Jahren Veranstaltungen für die Senioren in Mürow, Steinhöfel und Biesenbrow. Es sei schon eine Herausforderung, Veranstaltungspläne aufzustellen und Fahrten zu organisieren. „Doch immer weniger Senioren machen noch mit“, hat sie festgestellt. Viele Ältere haben gesundheitliche Probleme, Jüngere fühlen sich noch nicht alt genug. „Bei der Frauentagsfeier waren wir früher über 100 Leute, heute sind wir froh, wenn es 50 werden“, schildert sie.

„Mit MAE  ist in den Dörfern nichts mehr zu lösen. Wir sollten das Gespräch mit den Ortsbeiräten suchen, wo Bedarf besteht“, so das Fazit der Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Margrit Jordan. Möglicherweise bleibe nur noch die ehrenamtliche Seniorenarbeit über die Ortsvereine. Im nächsten Halbjahr soll das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.