Bienen- und Wespenstich: Das sollte man unbedingt vermeiden – und das hilft sofort!

Bienen- und Wespenstich: Sie können sehr schmerzhaft sein und gefährlich werden. Was man nie nach Stichen tun solltet und welche Maßnahmen sofort helfen. Foto: Eine Biene sucht auf der Blüte von einer Katzenminze nach Pollen.
Sven Hoppe/dpaStiche von Bienen, Wespen oder anderen Insekten sind meist harmlos, aber unangenehm. Es kann zu starken Schmerzen, Schwellungen oder sogar zu einer lebensbedrohlichen allergischen Reaktion kommen. Umso wichtiger ist es, richtig zu handeln und klassische Fehler zu vermeiden. Was man auf keinen Fall nach einem Stich tun sollte und was sofort hilft.
Übersicht:
- Bienenstich oder Wespenstich?
- Was sie auf keinen Fall nach einem Stich tun sollten!
- Das hilft nach Bienen- und Wespenstichen
- Was tun bei allergischer Reaktion
Bienen- oder Wespenstich? So erkennt man den Unterschied
Ob Biene oder Wespe – die Stiche unterscheiden sich deutlich: Der Bienenstich (nein, nicht der Kuchen) ist schmerzhaft und der Stachel bleibt in der Haut stecken. Bienen stechen nur einmal und sterben danach. Vorwiegend treten sie im Früh- bis Hochsommer auf.
Beim Wespenstich bleibt kein Stachel in der Haut, da sie mehrfach stechen können. Besonders aktiv sind sie im Spätsommer und Herbst.
Findet man noch einen Stachel in der Haut, war es ziemlich sicher eine Biene. Dieser sollte möglichst schnell und vorsichtig entfernt werden, z. B. mit einer Pinzette oder dem Fingernagel.
Was man nach einem Stich niemals tun sollte
Was man wirklich nie nach einem Bienen- oder Wespenstich machen sollte: das Gift mit dem Mund auszusaugen. Diesen Fehler machen leider viele. Allerdings kann das Gift dabei über die Schleimhäute in den Kreislauf gelangen und sich im Körper verteilen. In Apotheken gibt es dafür entsprechende Giftsaugpumpen.
Erste Hilfe: Was wirklich bei Bienen- und Wespenstichen hilft
Direkt nach dem Stich: Hitze statt Kälte
Der erste Reflex ist oft: Kühlen. Doch tatsächlich wirkt Hitze zuerst besser, um das Insektengift zu minimieren. Bei Temperaturen über 50 Grad zerfallen die Eiweiß-Moleküle des Insektengifts, womit Schmerzen und Juckreiz gelindert werden.
Ein heißer Waschlappen oder heißes Wasser sind eine Möglichkeit, jedoch im Sommer und draußen selten zur Hand. Alternativ bietet sich ein elektronischer Insektenstichheiler an, der überwiegend für Mückenstiche verwendet wird, um den Juckreiz zu lindern, allerdings auch für Bienen- und Wespenstiche sehr gut funktioniert.
Eine weitere Alternative ist ein heißer Löffel (z. B. mit Feuerzeug anheizen). Aber aufpassen, dass es nicht zu heiß ist, sodass man sich Verbrennungen zuzieht. Je schneller nach dem Stich die Hitzebehandlung durchgeführt wird, desto besser.
Insektenstiche: Kühlen gegen Schwellung
Anschließend sollte man mit Eiswürfeln oder Coolpads die Schwellung kühlen. Aber auch hier etwas aufpassen und die Kühlmittel nicht direkt auf die Haut legen, sondern besser in ein Tuch wickeln.
Auch Salben und Gels, wie z. B. Antihistaminikum, helfen gegen den Juckreiz und lindern die Schwellung. Die Schwellung eines Stiches sollte nach drei bis vier Tagen vollständig abgeklungen sein. Sonst sollte sicherheitshalber einen Arzt aufgesucht werden.
Allergische Reaktion? Diese Warnsignale sind ernst!
Eine Allergikerin oder ein Allergiker muss vorher schon einmal Kontakt mit dem Insektengift gehabt haben, das bedeutet: Erst ab dem zweiten Stich kommt es zu einer allergischen Reaktionen. Diese können sich bei weiteren Stichen steigern.
Für Allergiker kann dennoch ein einziger Stich lebensgefährlich sein. Achte auf folgende Symptome einer allergischen Reaktion:
- Atemnot
- Übelkeit oder Erbrechen
- Kreislaufprobleme, Schwindel
- Hautausschlag oder Quaddeln am ganzen Körper
- Plötzlicher Blutdruckabfall
Bei diesen Anzeichen sollte man sofort den Notruf wählen – es besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks!
Wichtig für Allergiker: Immer ein Notfallset dabeihaben, mit Antihistaminikum, Kortison und Adrenalin-Pen.
Besonders gefährlich: Stiche im Mund- und Rachenraum
Ein Insektenstich im Mund und Rachenbereich sind auch für Nicht-Allergiker gefährlich. Die Atemwege können blockiert werden und das ist lebensgefährlich! In solchen Fällen sollte man sofort den Notarzt rufen! Bis dieser eintritt, hilft Eiswürfel lutschen.