Bioladen
: Geehrt für mehr Service und weniger Verpackungsmüll

Die „Wildblume“ in Angermünde zählt wieder zu den besten Bioläden in ganz Deutschland.
Von
Kena Hüsers
Angermünde
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Verpackungsmüll reduzieren:  Der Bioladen Wildblume in Angermünde von Marcel Schwichtenberg wurde erneut als einer der besten Deutschlands ausgezeichnet.

Kena Hüsers

5. Geburtstag im Oktober

Marcel Schwichtenberg, dessen Biohandel über Angermünde hinaus geschätzt wird, wurde bereits zum vierten Mal ausgezeichnet. Viele Kunden, die beim Voting teilgenommen und eine Kundenrezension verfasst haben, würden sich sogar freuen, wenn er zusätzlich einen Laden in Schwedt aufmachen würde. Für den Geschäftsmann ist das alles zusammen ein großes Kompliment, da das Einzelhandelsgeschäft in diesem Jahr erst seinen fünften Geburtstag feiert. Seit der Eröffnung im Oktober 2015 hat sich eine Menge getan. Durch Crowdfunding (Schwarm– oder Gruppenfinanzierung) wurde das Bistro erweitert. Die Theke — die Schwichtenberg selbst gerne als Panoramaplatz bezeichnet, weil man von ihr den Blick aufs Rathaus hat — bietet zusätzliche Sitze für Mittagsgäste. Dank des neuen Kaffeeautomaten gibt es für Kuchenfans alle erdenklichen Kaffeespezialitäten, die das Herz zur süßen Speise begehrt. Gerne möchte Schwichtenberg im Sommer einige Tische und Stühle nach draußen stellen und auch die Wünsche erfüllen, die mit den Rezensionen an ihn herangetragen worden sind.

Durch die kürzlich durchgeführte Umbauaktion wurden Stellflächen für ausgewählte glutenfreie Produkte geschaffen, deren Nachfrage gestiegen ist. Natürlich ist Schwichtenberg auch daran interessiert, das Thema Verpackung nachhaltig zu lösen. „Wir haben viele Produkte im Spender, bei denen wir es für sinnvoll erachten. So kann sich jeder die Menge nehmen, die er benötigt. Im Gegensatz zum Supermarkt sparen wir im hochwertigen Biosegment sowieso eine Menge Verpackung ein.“ Denn Bio ist nicht gleich Bio.

Umweltbewusstsein kostet

Markengeführte Bio–Label vom Discounter sind aufgrund ihres geringen Preises nicht unbedingt umweltfreundlich und materialsparend verpackt. Bei den Bioherstellern, die ihre Produkte hauptsächlich im Biomarkt verkaufen, wird jedoch auf wiederverwertbare oder kompostierbare Verpackung gesetzt, die aber mehr kostet. Hier steht das Umweltbewusstsein des gesamten Produkts im Vordergrund. Für den Transport vom Geschäft nach Hause fällt wenig Müll an. „Schlimmer ist das, was bei der langen Transportkette davor verbraucht wird und was die Industrie leider noch nicht in den Griff bekommt“, so Schwichtenberg.

Der junge Inhaber des Ladengeschäftes in der Brüderstraße zeigt auf gestapelte, leere Kartons und zusammengeknüllte Folie. „Folienabfall haben wir gar nicht mehr so viel. Das Schlimme sind die vielen Kartons, in denen wir die Ware erhalten.“

Auch wenn der Biogroßhandel viel in Pfandboxen versendet, alles geht leider nicht. Wenn die Ware aus dem Ausland kommt, wird sie nicht in Pfandboxen geliefert, weil es dafür kein einheitliches System gibt. „In den wiederverwertbaren Boxen, die der Großhandel zurücknimmt, muss Folie liegen, sonst würden einige Lebensmittel verderben. Die Karotten sind aufgrund der Feuchtigkeit, die sie abgeben, in Plastik verpackt und die Äpfel brauchen Puffermaterial aus Pappe, damit sie nicht matschen.“

Dieser Frischeschutz muss auch in Unverpackt–Läden eingehalten werden. Wer mehr über die Verpackungen in der „Wildblume“ erfahren möchte, kann den fachlich kompetenten Inhaber gerne ansprechen. Und auch auf Kundenwünsche geht er offen ein.