Blut spenden Schwedt: So erfolgreich war die 17. Auflage der Blutsbrüdertour

Die Blutsbrüdertour am 14. Juni zog viele Besucher an. Worauf genau wollen die Biker aufmerksam machen und was sind die Gründe der Spender, überhaupt Blut spenden zu gehen?
Oliver Voigt- Die Blutsbrüdertour in Schwedt am 14. Juni zog viele Besucher an und machte auf die Wichtigkeit des Blutspendens aufmerksam.
- 108 Blutspenden wurden gesammelt, darunter 35 Erst- und Zweitspender.
- Der demografische Wandel zeigt, dass vor allem ältere Menschen spenden, junge Spender fehlen.
- Rund 144 Motorräder nahmen an der 70 km langen Ausfahrt teil.
- Blutspenden sind besonders im Sommer knapp.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Oder-Center in Schwedt ist am Samstag bereits gut gefüllt – mitten in einem der Gänge hat sich jedoch schnell eine lange Schlange gebildet. Es wird nichts verkauft, dafür aber gespendet. Die Blutsbrüdertour fand am 14. Juni erneut statt, um auf die Notwendigkeit des Blutspendens aufmerksam zu machen. Was sind die Gründe der Menschen, Blut zu spenden?
Steffi Kronemann ist Pressereferentin des DRK Nordost. Das DRK ist für die Blutentnahme vor Ort verantwortlich. „Am 14. Juni ist Weltblutspendetag, der als Aktionstag auf freiwillige Blutspenden aufmerksam machen soll“, sagt Kronemann. Und Freiwillige haben sich am Samstag in Schwedt zuhauf gefunden: Online haben sich 83 Personen im Voraus angemeldet. Dazu kommen noch spontane Besuche, die zwischen die Termine ebenfalls zum Spenden drangenommen werden.
Aktion im Oder-Center: Blutspenden im Sommer knapp
Selbstverständlich ist der Besucherandrang jedoch nicht. „Wir erleben einen demografischen Wandel, auch in der Blutspende“, so Kronemann. Vor allem die sogenannten Baby-Boomer, also die Jahrgänge 1946 bis 1964, würden spenden. Junge Spender hingegen gebe es kaum. „Es gibt immer weniger Spender, dabei braucht es vor allem junge Menschen, die Blut spenden“, erklärt Kronemann.
Spenderblut, vor allem von der Gruppe 0 Negativ würde das ganze Jahr über gebraucht, aber gerade im Sommer bräuchte es mehr Spenden. „Nicht nur bei Unfällen wird Spenderblut benötigt, sondern auch bei Krebspatienten, Herz-Kreislauf-Problemen oder bei Frühchen“, sagt Kronemann. Aufgrund von Urlaub im Sommer sei die Versorgungsdecke deshalb sehr dünn.
Spender aus Schwedt: Hilfe für später
Ilka Reder aus Schwedt ist eine der ersten, die zum Spenden auf eine der acht Liegen Platz nimmt. „Ich arbeite nur zwei Läden weiter, da ist so eine Blutspende im Oder-Center sehr praktisch“, sagt Reder. Sie gehe regelmäßig, um Blut zu spenden, und nehme die Gelegenheit der Blutsbrüdertour auch deshalb war. „Und ich denke mir auch, dass, wenn ich mal Blut brauchen sollte, dann wird mir auch so geholfen“, sagt Reder.

Ilka Reder aus Schwedt gehörte zu den ersten Spendern am Samstag.
Oliver VoigtNico Roye aus Schwedt ist ebenfalls einer der ersten, aber auch einer der wenigen jungen Menschen, die zu 11 Uhr am 14. Juni Blut spenden wollen. „Ich war schon lange nicht mehr spenden“, erklärt er, als er auf eine freie Liege wartet, „das ist ein bisschen wie ein Ölwechsel.“ Zwar veranstaltet das DRK regelmäßig Spendentermine, jedoch würden diese meist mitten in der Arbeitszeit liegen, sodass er an diesen nicht teilnehmen kann.
Spaß an der Ausfahrt mit gutem Zweck
Frank Schäpe, Vereinschef der Schwedter Blutsbrüdertour, freut sich über die vielen Besucher. „Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer, und wir machen die Organisation jedes Jahr zusammen mit dem DRK“, so Schäpe. Sein Dank gehe unter anderem an das Oder-Center Schwedt, wo die Veranstaltung stattfindet. „Und wir können eine Ausfahrt bei herrlichem Wetter machen.“
Die Ausfahrt der 144 Motorräder findet um 12 Uhr statt. Die Route verläuft von Schwedt aus über Berkholz und Meyenburg, dann nach Frauenhagen bis hin zu Angermünde. Dort fand gleichzeitig das Stadtfest statt. Von Angermünde aus ging es über Felchow und Criewen zurück nach Schwedt zum Ausgangspunkt am Oder-Center. Rund 70 Kilometer fahren die Motoräder also für den guten Zweck.

144 Motorräder haben sich für die Ausfahrt für den guten Zweck am 14. Juni zusammengefunden.
Oliver VoigtGelohnt hat sich die Tour dieses Jahr wieder: Rund 400 Gäste besuchten die Blutsbrüdertour am Oder-Center. 108 Blutspenden kamen dabei zusammen, darunter 35 Erst- und Zweitspender. Von den 144 Gästen haben 122 Personen Blut gespendet, jedoch mussten nach einer Begutachtung durch einen Arzt 22 Personen abgelehnt werden.


