Täglich werden in der Uckermark neue Corona-Fälle gemeldet. Auch Menschen in Gesundheitseinrichtungen wie dem Asklepios Klinikum Uckermark sind vor Ansteckung nicht gefeit. Am Dienstag hat es sechs Fälle bei Mitarbeitern des Hauses und Patienten gegeben. Im Klinikum gelten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Es gibt ein generelles Besuchsverbot.

Pro Woche Test für alle Mitarbeiter

„Unser Personal ist verpflichtet, bei Dienstantritt die Symptomfreiheit schriftlich zu bestätigen“, informiert Klinikum-Geschäftsführer Ulrich Gnauck. Mitarbeiter tragen bei der Arbeit am Patienten medizinische Schutzmasken. Pausen werden getrennt voneinander durchgeführt.
Außerdem wird das Personal einmal pro Woche auf eine Infektion mit Corona-Viren getestet. Das sind 650 Mitarbeiter des Klinikums sowie 50 Angestellte des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). „Das alles ist ein Aufwand, der zwangsläufig in den Alltag übergegangen ist“, stellt Ulrich Gnauck fest. „Durch unsere Teststrategie wissen wir relativ gut über Ansteckungen Bescheid.“
Das MVZ unter dem Dach des Klinikums ist immer Anlaufpunkt für viele Patienten. Sie müssen mit Maske direkt zum Anmeldegerät und in den Wartebereich gehen. Dort sind oft alle Plätze besetzt. Patienten suchen Rat und Behandlung bei 13 Facharztpraxen, darunter Allgemeinmedizin, Orthopädie und Kinderarzt sowie Rheumatologie. Kann dort eine Ansteckung mit dem Corona-Virus vermieden werden?

Bei Corona-Symptomen vorher anrufen

Ulrich Gnauck versichert: „Wir setzen dort dieselben strengen Maßstäbe an wie beim Krankenhauspersonal.“ Zum Schutz von Mitarbeitern und Mitmenschen bittet er: „Alle Patienten mit Corona-Symptomen müssen sich vorher in ihrer Praxis des MVZ telefonisch anmelden. Wer als Notfall symptomatisch ist, sollte sich auch in der Kassenärztlichen Bereitschaftspraxis und in der Notaufnahme vorher telefonisch anmelden, damit die Kollegen dort Sicherheitsvorkehrungen treffen können.“
In der Rückverfolgung von Kontakten Betroffener sieht er ein großes Problem. Bei regulären Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, gibt es oft Unverständnis, dass sie ihre private Telefonnummer dalassen müssen. „Das ist aber unverzichtbar. Wir bitten jetzt sehr direkt darum“, so der Geschäftsführer. „Unser Dank gilt jenen Patienten, die Verständnis dafür haben. Alles, was wir machen, tun wir für die Gesundheit der Mitarbeiter und Patienten.“
Vor der Pandemie hat es im Klinikum zehn Intensivbetten mit Beatmungsgerät gegeben. Jetzt sind sechs neue Plätze hinzugekommen. Ärzte und Schwestern sind geschult. „Am Ende des Tages ist es aber immer ein Personalproblem“, so der Geschäftsführer.

Es gibt nicht viele Plätze

Gnauck will außerdem noch einmal die Stuhlordnung im Wartebereich des MVZ überprüfen lassen. Derzeit sind alle Sitzplätze vom Mittelgang entfernt und an die Wände gestellt worden. Es ist Absicht, dass es nicht viele Plätze gibt. Manche Patienten warten im Stehen. Außerdem werden Stühle von Besuchern einfach umgestellt. „Wir verstehen, dass Begleitpersonen für manche Patienten wichtig sind. Trotzdem die Bitte: Begleitpersonen sollten woanders warten und die Plätze im MVZ freilassen. In der Caféteria gibt es einen Sitzbereich für sie.“

Videosprechstunde kommt

Gnauck kündigt außerdem große Umbauarbeiten im Medizinischen Versorgungszentrum an. Die Praxen für HNO und Urologie werden in den nächsten sechs Monaten komplett neu gestaltet. „Unser Ziel ist es, die Wartezonen im Flur abzuschaffen“, sagt Gnauck.
Neu eingeführt wird die Möglichkeit zur Videosprechstunde. Bis Anfang nächsten Jahres werden alle technischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Patienten können dann einen Termin mit ihrer Praxis vereinbaren. Sie erhalten vom Schwesternpersonal ein Passwort. Damit können sie übers Internet sicher zum vereinbarten Zeitpunkt mit ihrem Arzt sprechen.
In den Praxen für Dermatologie und Kinder- und Jugendmedizin ist das bereits jetzt möglich.
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