Coronavirus: Wasserversorgung in Schwedt ist auch in Zeiten von Corona sicher

Hier wird das Trinkwasser gereinigt: ZOWA-Vizevorsteherin Melanie Lienert (l.) und die Technische Leiterin, Natalia Hirsch, in der Filterhalle des Schwedter Wasserwerkes am Wasserplatz. Die Stadt verbraucht täglich 5000 Kubikmeter. Die ZOWA garantiert auch in der Corona-Krise Lieferung und Qualität.
Oliver VoigtSie räumt zudem mit einem Gerücht auf, dass immer wieder mal in sozialen Medien auftaucht: „Experten und das Umweltbundesamt bestätigen, dass es keine Hinweise gibt, dass sich das Coronavirus über das Trinkwasser verbreitet. Das heißt Entwarnung. Vom Trinkwasser geht keine Infektionsgefahr aus.“
Nichtsdestotrotz beeinflussen geltende Regeln zur Eindämmung des Coronavirus die Arbeit der ZOWA-Mitarbeiter. Lienert: „Verwaltung und Monteure arbeiten im Zwei-Schicht-System, sodass für den Fall, dass ein Mitarbeiter sich infiziert, nicht die komplette Mannschaft wegbricht.“
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Bauarbeiten für Trinkwasserversorgung stillgelegt
Die Baustellen für die Trinkwasserversorgung sind bis auf wenige Restposten und Havarien stillgelegt worden. Hauptgrund: Tiefbauern fehlt die Kinderbetreuung in Kita und Schule.
Weitergebaut wird von Fremdfirmen im Wohnkomplex 6/7 an der Sanierung der Abwasserkanäle. Dort werden Rohre ausgetauscht und Schächte saniert. Allein dieser Abschnitt kostet den Verband 1,2 Millionen Euro. Er soll im Mai 2021 fertig sein. Aber auch hier gelten neue Regeln. Baurapporte sind abgesagt, Telefonkonferenzen angesagt. Die Kontaktsperre gilt.
Auf die Minute könnten die ZOWA-Mitarbeiter aufschlüsseln, wie viel Liter Wasser die reichlich 56.300 Einwohner im ZOWA-Land verbrauchen. Natalia Hirsch, Technische Leiterin sagt: „Ein Uckermärker verbraucht im Schnitt bis zu 150 Liter Trinkwasser am Tag. Jeder der zirka 30.000 Schwedter um die 160 Liter.“
Im Werk an der Meyenburger Allee werden von Frank Dölle und seinen Leuten Tag für Tag 4000 Kubikmeter Abwasser geklärt. Dölle ist sich sicher: „Das funktioniert alles gewohnt gut. Wir müssen uns nicht mal wegen der Hamsterkäufe von Klopapier Sorgen machen. Mehr Sorgen machen uns andere Rückstände, das sind 2,5 Tonnen pro Woche. Manche unvernünftigen Leute entsorgen offenbar alles über ihre Toilette – vom Feuchttuch über Windeln, Strumpfhosen, Textilien und andere Dinge, über die man gar nicht sprechen möchte.“
Aus rund 70 Brunnen fördert der Verband gut drei Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr, um den Durst der Schwedter zu stillen. 13 Wasserwerke, etwa in Schwedt, Gartz und Görlsdorf, betreibt der Zweckverband. Er schickt das Trinkwasser über mehr als 600 Kilometer Rohrleitungen zu den Verbrauchern. Das Schwedter Trinkwasser stammt aus dem Wasserschutzgebiet Springallee. Von dort werden auch die Ortsteile sowie Flemsdorf beliefert. Gespeichert wird das Trinkwasser in großen Speichern auf dem Gelände der Wasserwerke und für Schwedt in Hochbehältern in Berkholz. Diese Reserve reicht für mindestens 24 Stunden in einem Notfall.
Filter sorgen für Sauberkeit
Bevor das kühle Nass aus dem Wasserhahn sprudelt, wird es in großen Filtern mithilfe von Sauerstoff von Eisen und Mangan gereinigt. Filter, Wasserspeicher und Pumpen sind dort in zweifacher Ausführung vorhanden. Damit ist garantiert, dass auch beim Ausfall einer Anlage sauberes Wasser aus dem Hahn fließt. Alle zwei Wochen wird das Trinkwasser bakteriologisch untersucht. Die große Untersuchung erfolgt zweimal im Jahr.
Der Wasserverbrauch variiert nach Jahres- und Uhrzeit. Am höchsten ist er gegen 9 Uhr. Knapp geringer zum Feierabend, gegen 18 Uhr. Einen kurzen Anstieg des Wasserdurchflusses gibt es gegen 21.45 Uhr. Dann enden viele Filme und Serien.
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Zahlen, Daten & Fakten
In den letzten 100 Jahren ist der Wasserverbrauch pro Person und Tag von 20 auf 140 Liter gestiegen. 40 Liter fürs Baden oder Duschen, je 30 für das Wäschewaschen und Toilettengang, 13 Liter fürs Händewaschen, je zwölf Liter für Geschirrspülen und das Gießen von Garten- und Zimmerpflanzen.
In Schwedt begann die zentrale Wasserversorgung im Jahr 1905 mit dem Bau eines Wasserwerks am Heinersdorfer Damm.
Der ZOWA sorgt bis heute dafür, dass fast 57 000 Menschen im Einzugsgebiet hochwertiges Wasser aus dem Wasserhahn trinken können. Dafür betreibt er insgesamt 13 Wasserwerke. Die beiden größten stehen in Schwedt und in Görlsdorf.
Experten schätzen, dass Mitte dieses Jahrhunderts etwa zwei Milliarden Menschen in 48 Ländern unter Wasserknappheit leiden werden. (Quellen: Deutsches Wasser Serviceportal/ZOWA)⇥dir