Diebstahl in Brandenburg
: Fahrradklau nimmt in Schwedt und Angermünde wieder zu

Die Polizei verzeichnet in Schwedt und Angermünde wieder mehr Fahrraddiebstähle. Reicht Prävention aus oder braucht es mehr Gegenmaßnahmen.
Von
Oliver Voigt
Schwedt
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Polizeihauptmeister Sascha Skorniakow vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Uckermark codiert im CKS in Schwedt Fahrräder.

Oliver Voigt

Die Zahl der Fahrraddiebstähle bleibt ein Ärgernis für viele Bürger in unserer Region. Noch 2012 avancierte Schwedt fast zur Hauptstadt der Fahrraddiebstähle. Vier Jahre in Folge seit Abschaffung der Grenzkontrollen war die Zahl der Diebstähle von der Uckermark bis in die Lausitz gestiegen, erklärte damals Brandenburgs Innenminister, der seinerzeit Dietmar Woidke hieß.

Und auch noch heute müssen sich Besitzer des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels in Schwedt und Angermünde sorgen. Gingen die gemeldeten Diebstähle zuletzt in Zeiten der Pandemie spürbar zurück, ist seit 2022 wieder ein Anstieg zu verzeichnen.

Steiler Anstieg gemeldeter Fahrraddiebstähle

„In der gesamten Uckermark wurden 2019 noch 401 Fahrräder gestohlen, die Zahl sank im Jahr darauf auf 385. Nach dem Tiefstwert von 215 in 2021 ging es wieder steil nach oben. Im vergangenen Jahr wurden 322 Fahrraddiebstähle verzeichnet“, so Polizeihauptkommissar Sebastian Ehlert von der Polizeiinspektion Uckermark.

Ein Trend, der sich auch in den Zahlen für Schwedt und Angermünde widerspiegelt. Hierbei wurden im Bereich Schwedt 2019: 224, 2020: 208, 2021: 108, 2022: 112, 2023: 176, Fahrräder und für den Bereich Angermünde 2019: 38, 2020: 31, 2021: 18, 2022: 40, 2023: 38, Fahrräder entwendet.

Kaum eine Woche vergeht, in der kein Fahrraddiebstahl gemeldet wird. „Fahrräder werden immer gerne an Bahnhöfen, Schulen oder sonstigen öffentlichen Wegen und Plätzen entwendet. Überall dort, wo sich eine Gelegenheit für Diebe ergibt. Das kann genauso gut vor einem Mehrfamilienhaus sein“, so Ehlert.

100–prozentige Sicherheit gibt es nicht

Die Polizei rät, das Fahrrad bei Nichtbenutzung immer anzuschließen, sei die Zeit der Abwesenheit noch so kurz. Weiterhin sollte das Fahrrad nicht unnötig lange zu Hause vor der Tür stehen gelassen und bei vorhandener Möglichkeit im Keller oder sonstigen Abstellräumen abgestellt werden. Hier ist natürlich darauf zu achten, dass Keller– und Hauseingangstüren für Unbefugte verschlossen sind. Eine 100–prozentige Sicherheit lasse sich damit jedoch auch nicht garantieren, wie die jüngsten Einbruchdiebstähle in Fahrradkeller in Schwedt zeigen. Erst vor einer Woche haben sich noch Unbekannte im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Robert–Koch–Straße in Schwedt zu schaffen gemacht. Aus einem der Verschläge verschwanden gleich zwei E–Bikes.

GPS–Tracker und Codierung empfohlen

Die Ausstattung des Fahrrades mit einem GPS Tracker biete sich ebenfalls an, um es bei Verlust wiederfinden zu können. „Eine weitere Möglichkeit, sein Fahrrad gegen Diebstahl zu sichern ist die, durch das Sachgebiet Prävention der Polizeiinspektion Uckermark angebotene Fahrradcodierung. Hierbei wird eine Individualnummer in den Fahrradrahmen dauerhaft eingeprägt, welche später den Eigentümer des Fahrrades eindeutig zuordnen lässt“, wirbt Sebastian Ehlert.

Ein gut sichtbarer Aufkleber macht deutlich, dass das Fahrrad codiert ist und dient so der bereits der Abschreckung von Dieben.

Oliver Voigt

Diese Maßnahme soll dabei helfen, Fahrraddiebstahl vorzubeugen und gestohlene Räder leichter ihren rechtmäßigen Eigentümern zuzuordnen. Noch drei weitere Tage in 2024 — am 23. Mai, 9. September und 11. September — können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zwischen 13 und 16 Uhr im Centrum Kaufhaus Schwedt und im Oder–Center ihre Fahrräder codieren lassen.

Präventionsteam im Einsatz beim Aktionstag in Angermünde

In Angermünde ist die Präventionsabteilung der Polizei am 26. April von 14 bis 18 Uhr anlässlich das Aktionstags „FahrRad! Angermünde“ mit einem Infomobil zum Thema Fahrradsicherung auf dem Markt und codiert Fahrräder. Ein Angebot, das die Uckermärker seit Jahren gerne annehmen, wie die Beteiligung immer wieder zeigt.

Die kostenlose Fahrradcodierung in Schwedt kommt gut an. Schon zu Beginn stehen mehr als ein Dutzend Menschen mit ihrem Bike in der Schlange.

Oliver Voigt

„Sollte ein Fahrrad durch Diebstahl doch einmal abhandengekommen sein, ist es ratsam, sich einen zuvor ausgefüllten Fahrradpass zu Hause zu hinterlegen, wo die Rahmennummer und andere individuelle Merkmale des eigenen Fahrrades notiert sind. Diese können im Nachhinein später zu einer schnelleren Zuordnung beitragen“, rät Ehlert. Und weil bekanntlich Gelegenheit auch Diebe macht, sollte man diesen so wenig wie möglich anbieten und keine Wertsachen im Fahrradkorb oder den Satteltaschen belassen.

Aufklärungsquote in Schwedt bei 5,1 Prozent

Nicht jedes gestohlene Fahrrad ist endgültig verloren. Während die Aufklärungsquote im gesamten Bereich der Polizeiinspektion Uckermark mit 7,5 Prozent unterhalb der von 2019 erreichten 9,7 Prozent liegt, stieg sie für den Bereich Schwedt in den letzten vier Jahren von 3,1 auf 5,1 Prozent an. In Angermünde lag die Aufklärungsquote für 2023 bei 13,2 Prozent.

Sebastian Ehlert gibt abschließend noch zusätzliche Tipps zur Diebstahlprävention: „Es sollte in ein hochwertiges Fahrradschloss investiert werden. Der Preis liegt etwa bei zehn Prozent vom Kaufpreis des Fahrrads, so eine allgemein gültige Faustregel. Es ist ratsam, das Fahrrad immer an festen Objekten anzuschließen, zudem sollte vermieden werden, es über Nacht im Freien stehenzulassen. Auch auf eine gute Beleuchtung und Sichtbarkeit des Abstellplatzes ist zu achten. Und eine Fahrradversicherung könnte im Falle eines Diebstahls zumindest den materiellen Verlust ausgleichen.“

Uckermark Update
Freitag um 16.30 Uhr
Von Schwedt bis Templin, von Angermünde bis nach Prenzlau: Wir zeigen Ihnen was die Region in dieser Woche bewegt hat und geben Ausblick.