Digitalisierung
: Digitales Bürgerbüro in Angermünde, Gartz und Templin – was angeboten wird

Die Digitalisierung in Deutschland ist ein ewiger Flächenbrand. Doch der Landkreis Uckermark macht einen wichtigen Schritt: Ein digitales Bürgerbüro wurde 2023 eingerichtet. Wie sieht es in Angermünde, Gartz und Templin aus?
Von
Josephine Theodor
Angermünde
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Modern digital: Eine Kabine des Digitalen Bürgerservice LISA gibt es auch in Angermünde. Wie das Ganze funktioniert und welche Zukunft das Projekt hat.

Oliver Voigt

Dass in Deutschland die Papier-Bürokratie im Gegensatz zu anderen Ländern noch immer vorherrscht, ist kein Geheimnis. Die Digitalisierung voranzubringen, ist deshalb einer der wichtigsten Punkte in den kommenden Jahren, gerade in der Uckermark, wo weite Wege vorherrschen. Einen Schritt hat der Landkreis bereits 2023 gewagt: die Einführung von LISA in den Ämtern. Doch was ist das eigentlich und wie kommt diese Maßnahme an?

LISA, das Leistungs-, Informations- und Service-Angebot, ist derzeit an fünf Standorten vorhanden: jeweils in Angermünde, Templin, Lychen, Gartz und Gramzow können Besucher ihre Anliegen dort vortragen. Seit März 2023 können dort Bürger einige soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen, darunter Leistungen des Sozialamtes wie Hilfe beim Lebensunterhalt sowie der Grundsicherung im Alter, Sozialleistungen, der Hilfe zur Pflege, oder auch Leistungen der Wohngeldstelle Uckermark. Dazu kommen noch Angebote durch die Gesundheitskasse AOK Nordost und des Pflegestützpunktes Uckermark.

Die digitalen Bürgerbüros sind so konzipiert, dass kein technisches Vorwissen nötig ist.

Oliver Voigt

Einfache Bedienung in Angermünde und Gartz

Dabei wirken die kleinen Kabinen erst einmal sehr unscheinbar. Beim Eintreten erkennt das ein Sensor, der über einen großen Bildschirm sich mit einem Mitarbeiter aus dem LISA-Team verbindet. Das Anliegen des Besuchers wird durch den Mitarbeiter erfragt und dann dementsprechend mit einem zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet. Aus der Kabine heraus können Anträge sowie die dazu benötigten Unterlagen eingereicht, Dokumente kopiert oder eine Beratung durchgeführt werden.

Seit knapp neun Monaten sind die LISA-Kabinen jetzt im Einsatz, doch wie oft werden diese in Anspruch genommen? Ramona Fischer, Pressestelle des Landkreises Uckermark, berichtet, dass die Nutzerzahlen regelmäßig ansteigen. „Im 4. Quartal 2023 wurde LISA von insgesamt 199 Personen genutzt, das entspricht einer durchschnittlichen Nutzung durch 10 Personen je Sprechtag.“ Dennoch werde durch den Landkreis weiter für die Nutzung von LISA mithilfe von Anzeigen, Plakaten und weiteren Maßnahmen geworben.

Rückmeldungen aus Uckermark positiv

Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchweg positiv. Besonders werde dabei die einfache Kontaktaufnahme, die Niedrigschwelligkeit des Angebotes und Persönlichkeit des Angebotes hervorgehoben. Es werde durch die Nutzer kein technisches Vorwissen benötigt, noch ein Smartphone oder eine Registrierung über den Service. „Wir wollten ein einfaches, unkompliziertes persönliches System für den Bürger“, erklärt LISA-Projektleiter Marko Ulrich. „Vor allem ohne aufwendige Registrierung und vor allem keine anonyme Chat-, Hotline- oder KI-Beratung.“

Für die Einführung der LISA-Angebote wurde die Uckermark als Kommune des Jahres 2023 ausgezeichnet. „Der Landkreis Uckermark punktete mit dem digitalen Bürgerbüro LISA und vielfältigen Leistungen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, bürgerfreundlich, niederschwellig und innovativ zu handeln“, erklärte Ludger Weskamp, geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, der den Unternehmerpreis an den Landkreis im November 2023 verlieh.

Leistungen des Jugendamtes inklusive

Doch wie soll es in Zukunft mit dem digitalen Bürgerbüro weitergehen? Es gibt bereits einige Pläne, der nächste Schritt sei laut der Landrätin Karina Dörk, dass das Jugendamt Uckermark ebenfalls in die Angebotsreihe der LISA-Büros aufgenommen wird. Voraussichtlich ab Mitte 2024 können Besucher auch den Kita-Rechtsanspruch sowie das Bundeselterngeld über das Bürgerbüro anmelden. „Innerhalb der Kreisverwaltung werden gegenwärtig weitere Nutzungsmöglichkeiten geprüft“, so Fischer zu weiteren Chancen von LISA.