Dranbleiben
: Gesprengter Briefkasten wird ersetzt

Den zum Jahreswechsel im Schwedter Marchlewskiring durch Böller gesprengten öffentlichen Briefkasten wird die Post in Kürze ersetzen.
Von
Thorsten Pifan
Schwedt
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Ersatz ist unterwegs: Karl Schmidt ist erleichtert. Der Briefkasten am Julian-Marchlewski-Ring soll in den kommenden Tagen neu montiert werden. Am Silvestertag hatten ihn Randalierer gesprengt.

Thorsten Pifan

Kurz nach Silvester traute MOZ–Leser Karl Schmidt seinen Augen kaum. Da fehlte am Julian–Marchlewski–Ring doch plötzlich der Briefkasten, den der Senior häufig ansteuert. Hatte die Post da still und heimlich ihre Infrastruktur heruntergefahren? Erbost wandte sich der Rentner an die Zeitung, welche die Fragen an die Deutsche Post weiter gab  – und eine gute Nachricht erhielt.

So bestätigte Post–Sprecherin Anne Blenn zwar, dass der Briefkasten am Marchlewskiring in Höhe der Hausnummer 57b nicht mehr steht. Allerdings hat die Post dort keineswegs ihre Infrastruktur reduziert. Vielmehr haben Randalierer den Briefkasten mit Silvesterböllern gesprengt und dabei total zerstört. Bereits in den kommenden Tagen will die Post dort Ersatz aufstellen, kündigt sie am Mittwoch an.

Senior nutzt Kasten regelmäßig

Die Nachricht nimmt Karl Schmidt erleichtert auf. Denn er nutzt den Briefkasten regelmäßig. Der 86–Jährige ist nicht nur mobil eingeschränkt, er hat auch eine Sehbehinderung. „Daher leihe ich mir häufig Hörbücher der Blinden–Bibliothek in Leipzig aus“, sagt er.

Die Datenträger bekommt er zugeschickt, muss sie aber genauso regelmäßig zurück schicken. Den Fußweg zum Briefkasten vor dem Blumenpavillon unternimmt der Senior gern – es sind rund zehn Minuten Fußweg von seiner Wohnung. Weitere Strecken seien hingegen sehr anstrengend. „Und ich müsste dann auch gefährliche Straßen queren.“

Anne Blenn erklärt, dass es in den Tagen um den Jahreswechsel leider häufig vorkomme, dass die Briefkästen mit Böllern beschädigt werden. „Oft sind die Schäden dann so gravierend, dass die Kästen ersetzt werden müssen, weil eine Reparatur nicht mehr möglich ist“, sagt sie. Das ist teuer und bringt jedes Mal Kosten von mehreren 100 Euro mit sich. Die konkrete Summe hänge jeweils von der Bauart der Briefkästen ab.

Die Post sei aber konsequent und bringe jeden Fall von sogenanntem Vandalismus dieser Art zur Anzeige. So können die Täter strafrechtlich verfolgt werden.

Der nächstgelegene Briefkasten befindet sich übrigens am Julian–Marchlewski–Ring 13a, sagt Blenn. Für Schmidt wäre es bis dahin ein zusätzlicher weiter Weg. Ein weiterer Briefkasten sei an der Lindenallee 26 zu finden. Außerdem sei es der Post gar nicht gestattet, die Zahl der Briefkästen willkürlich zu reduzieren. Blenn sagt: „In der Post–Universaldienstleistungsverordnung steckt nicht nur ein Wortungetüm, sondern auch die Regel, wie das Briefkastennetz der Post gestaltet werden muss.“

Der Gesetzgeber schreibe vor, „dass Kunden in zusammenhängenden Wohngebieten den nächstgelegenen Kasten mit einer maximalen Entfernung von 1000 Metern erreichen müssen.“ In der Stadt Schwedt gebe es einschließlich der eingemeindeten Ortsteile insgesamt 40 Briefkästen. „Damit ist das Netz in der Oder–Stadt deutlich engmaschiger als es der Gesetzgeber vorschreibt“, sagt Blenn.

Infos über www.postfinder.de

Wer nicht weiß, wo der nächste Briefkasten zu finden ist, kann sich im Internet unter der Adresse www.postfinder.de informieren. „Dort gibt es die Möglichkeit, den eigenen Standort einzugeben – dann werden die nächstgelegenen Briefkasten–Standorte angezeigt“, erläutert Anne Blenn. Gleichzeitig gebe es dabei auch Informationen zu den Leerungszeiten.

Angezeigt werden auch Partnerfilialen, DHL Paketshops, DHL Packstationen oder Paketboxen.

Abschließend hat Blenn noch einen wichtigen Tipp für ältere Kunden und solche, die nicht mobil sind. Die haben nämlich auch die Möglichkeit, den Zustellern ihre Post mitzugeben. Die Post–Sprecherin sagt: „Die Zusteller sind dann gern behilflich und nehmen in solchen Einzelfällen die Sendungen auch zur Weiterbeförderung mit.“