Es ist bis heute so. Sobald der erste Schnee fällt, komme ich langsam in eine vorweihnachtliche Stimmung. Weihnachtsmusik beginnt im Radio zu erklingen. Weit verbreitet beginnt jetzt die Zeit des Plätzchenbackens. Allein, zu zweit oder mit Kindern macht es Freude, nahezu unzählige Varianten auszuprobieren.
Das geht schon mit dem Teig los. Es kann ein einfacher Keksteig sein, ein Teig für Butterplätzchen, er kann ganz oder teilweise mit Kakao angereichert sein, mit Nüssen, Orangeat, Zitronat, Anis, Zimt – alles ist möglich. Aus dem zubereiteten Teig werden die noch rohen Plätzchen mit den verschiedensten Formen, mit oder ohne weihnachtliche Motive ausgestochen und das Ganze kommt schließlich in den Backofen. Allein die Zubereitung mit viel Muße tut der Seele gut und meistens schmeckt dann auch das Ergebnis.
Frisch und knusprig schmecken selbstgebackene Plätzchen am besten.
Frisch und knusprig schmecken selbstgebackene Plätzchen am besten.
© Foto: Christin Klose / dpa
Zu Hause, bei Mama, war das auch Tradition. Als Kind half ich ihr gern dabei, denn es ging vor allem erst einmal ums Teignaschen. Mama wusste das und ließ die Reste des Teigs großzügig in der Schüssel und am Rührlöffel. Und während ich noch genüsslich leckte, begann sich langsam erst in der Küche, dann im ganzen Haus der wunderbare, verheißungsvolle Plätzchenduft zu verbreiten. Warme Plätzchen soll man nicht essen, meinte Mama, aber wir Kinder habe es doch zu gern getan.
War ich in der Adventszeit bei Oma, verbrachten wir als Kinder viel Zeit draußen, mit Schlitten fahren oder Schneemänner bauen oder auch auf blanken Kufen auf dem Eis, wenn es das Wetter erlaubte. Irgendwann waren wir durchgefroren und kamen in Omas Flur. Schon dort duftete es unwahrscheinlich gut nach frischem Hefeteig. Sie hatte wieder einmal Buchteln mit Pflaumenmus gebacken, nach böhmischem Rezept aus ihrer Heimat.
In kaum einem Haushalt darf der traditionelle Weihnachtsstollen zum Fest fehlen.
In kaum einem Haushalt darf der traditionelle Weihnachtsstollen zum Fest fehlen.
© Foto: Frank Hammerschmidt / dpa
Oma hatte es wohl im Gefühl, die Buchteln immer gerade so weit abgekühlt auf den Tisch bringen zu können, dass sie noch ein klein wenig warm waren. Dann hat sie den Tisch mit schönen blau-weiß verzierten Tellern gedeckt, dazu die passenden großen Tassen, die Tippel, wie sie sie nannte. Aus der bauchigen, ebenfalls blau-weißen Kanne wurde uns dann der schönste heiße Kakao mit viel Milch dabei eingegossen.
Der lauwarme Hefeteig ist für sich ein Genuss. Doch die absolute Krönung war Omas selbstgemachtes Pflaumenmus, von dem sich ein gehöriger Klecks in jeder Buchtel befand. Der schmeckte dann noch so richtig fruchtig, denn er wurde ja gerade erst im Herbst zubereitet.

Ihre Rezepte und Erinnerungen!

Wenn Sie nun Lust haben, einmal aus Ihrer eigenen Kindheit zu plaudern, uns Ihre Erinnerungen und Rezepte, die sich um Advent und Weihnachten ranken, mitzuteilen, dann nur zu. Vielleicht haben sie ein besonderes Plätzchen- oder Kuchenrezept? Es soll aber nicht nur um Kuchen und Plätzchen gehen, sondern um alles, was es bei Ihnen an Gerichten gab und aus Tradition vielleicht immer noch gibt. Den Braten, das Gemüse, die Klöße, der Salat, die Suppe und so weiter, aber gern auch vegetarische und vegane Varianten.
Wir sind auf der Suche nach typischen, regionalen Gerichten. Was kam Heiligabend, was an den Weihnachtsfeiertagen bei Ihnen auf den Teller? Schreiben Sie uns gern Ihre Rezepte und Ihre persönlichen Erinnerungen und Geschichten dazu auf und mailen Sie sie an: GProdoehl@moz.de. Wir behalten uns eine Veröffentlichung der besten Einsendungen vor.
Herzlichen Dank!
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