Expansion
: Aldi will in Angermünde wachsen

Der Aldi-Markt in Angermünde soll moderner und konkurrenzfähiger werden. Das Bauprojekt stößt jedoch auf Widerstände.
Von
Kerstin Unger
Angermünde
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In die Jahre gekommen: Der Aldi-Markt in Angermünde soll kundenfreundlicher werden. Deshalb wird er einem moderneren Objekt weichen. Das Projekt stößt auf Widerstand.

Kerstin Unger

Der Aldi-Markt in der Schwedter Straße ist nicht nur aufgrund seines 1990-er-Jahre-Charmes überholt. Er ist auch zu klein, um das Konzept von Aldi-Nord umzusetzen und konkurrenzfähig zu bleiben. Das Unternehmen will den 1993 gebauten Markt abreißen und ihn größer und moderner wieder aufbauen. Dazu wird mehr Fläche in Richtung B 2 benötigt. Die Stadtverwaltung hätte dagegen lieber einen Nahversorgungsstandort in der Weststadt, weil diese unterversorgt ist. Die Bauverwaltung hat auch Probleme mit der Ausdehnung nach hinten wegen der Baukanten und Bebauung in zweiter Reihe.

Präsentation im Bauausschuss

Am Dienstag stand das Projekt im Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschuss zur Debatte. Wie der Gebietsverantwortliche von Aldi-Nord, Steffen Buchholz, berichtete, beschäftige man sich schon seit 2015 mit dem Standort und will ihn für die nächsten Jahrzehnte funktionsfähig machen. Um dem Anspruch der Kunden gerecht zu werden und den Mitbewerbern, die sich inzwischen erneuert haben, standzuhalten, müsse man expandieren. „Der Bau mit einer Verkaufsfläche von nicht einmal 800 Quadratmetern hat nichts mehr mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Auch der wachsende Online-Handel stellt uns vor Herausforderungen“, sagte er. Der Markt soll künftig etwa 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Alles soll großzügiger werden bei gleichbleibendem Sortiment und Angebot. Vorgesehen sind Kunden-WC und ein Wickelraum sowie mehr und größere Kfz-Stellplätze. Die Logistik wäre effizienter und nachhaltiger. Liefer-Lkw müssten weniger oft fahren. 70 Prozent des Energiebedarfs soll durch Photovoltaik gedeckt werden. Eine Verlagerung des Standortes schließt Aldi-Nord wegen des Einzugsgebietes aus.

Bauamtschefin Susanne Tahineh begründete die Bedenken von Seiten der Stadt. Nach dem Einzelhandelskonzept gäbe es in der Stadt genügend Verkaufsflächen für Nahrungs- und Genussmittel. 1000 Quadratmeter würde man gestatten, aber man hätte gerne eine straßenbegleitende Bebauung. Zudem würde die Ausnahmegenehmigung zum Ausweichen in Richtung B 2 Begehrlichkeiten bei benachbarten Flächen wecken. Es gab schon Bauanträge, die bislang abgelehnt wurden. Es könnte zu Streit kommen.

So attraktiv sei das Bauen an der B 2 nicht, meinte in der Diskussion Thoralf Abel. Auch Hans-Ullrich Reichel, der dort mit dreifachverglasten Fenstern wohnt, glaubt nicht, dass es einen Run auf die Grundstücke geben würde. „Was, wenn das Projekt so nicht genehmigt wird“, fragte Tobias Jürschke. Man wolle im Mittelzentrum Angermünde bleiben und brauche optimale Anlagen, sonst ziehe man sich zurück, entgegnete Steffen Buchholz.

Knappe Mehrheit dafür

Die Verwaltung wollte für die weitere Beratungsfolge eine Tendenz wissen. Deshalb gab es im Fachausschuss eine Probeabstimmung. Die ergab vier Stimmen für das Projekt und drei dagegen. Jetzt werden der Hauptausschuss und die Stadtverordnetenversammlung darüber befinden. Aus der Beratungsvorlage wird eine Beschlussvorlage, um zu einer Entscheidung zu kommen.