Fußball: Verkorkste Partie in Unterzahl

Starker Zweikampf: Der Schwedter Michal Studzinski (rechts) und Florian Plog duellieren sich um den Ball. Studzinski war es auch, der sich in der 21. Minute durchsetzte und das 1:0 für den Gastgeber erzielte.
Carola VoigtFußball gespielt wurde auch. Das Fehlen von Stephan Liermann, Philipp Ulrich und immer noch Bjarne Zenk wog natürlich weiterhin schwer bei den Gastgebern. Die Oderstädter wollten dennoch unbedingt die drei Punkte in Schwedt behalten. Das hohe Pressing der Gäste ließ allerdings von Beginn an ein schwieriges Unterfangen erahnen. Mit der 4—4-2–Aufstellung der Perleberger wurde sofort Druck auf die Schwedter Abwehrreihe ausgeübt. Nicht verwunderlich deshalb, dass der erste gefährliche Torschuss von Martin Behrend ausging, doch er verfehlte aus18 Metern das Schwedter Gehäuse deutlich (12.). Marcin Wawrzyniak setzte mit einem abgefälschten Torschuss an die Querlatte das erste Schwedter Achtungszeichen (14.).
Der FC Schwedt befreite sich zunehmend vom Pressing der Perleberger Mannschaft. Nach einer Doppelpasskombination aus dem Mittelfeld heraus kam der Ball zu Michal Studzinski, der aus spitzem Winkel zur 1:0–Führung für den FC Schwedt versenkte (21.). Die Gastgeber waren nun im Spiel, doch leider entschied in Folge der Schiedsrichter vorzeitig die Partie. Ein klares Foul – auch der Gästetrainer beurteilte es übereinstimmend so – an Nico Hanse ahndete Schiri Muhme nicht, aber eine Aktion von Dmytro Donos, der zwar von hinten grätschte, aber klar den Ball spielte, bewertete Muhme mit der Gelben Karte.
Schiri entscheidet Partie
Nach Provokation des Perlebergers Florian Plog bewertete Muhme eine Handbewegung von Donos als unsportlich und griff mit der Gelb–Roten Karte unnötig in das bis dato sehr faire Spiel vorentscheidend ein. In der Folge verlor der Schiedsrichter komplett die Leitung des Spiels, fühlte sich durch jede nicht deutsche Bemerkung auf dem Platz persönlich angegriffen und verteilte Karten nach Lust und Laune.
Beiderseitig fanden die Teams nicht mehr ins Spiel — klare Torchancen wurden hüben wie drüben nicht zugelassen. Es blieb beim 1:0–Pausenstand.
In der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Spiel. Schiri Muhme sah sich als wichtigsten Bestandteil der Partie. Nach mehreren Schubsern im Schwedter Strafraum wartete er bis zum Fallen eines Perleberger Spielers im Strafraum und gab Elfmeter. Behrend verwandelte sicher vom Punkt zum 1:1 (69.). Die Gäste erzielten den 2:1–Führungstreffer, doch eine fragwürdige Abseitsentscheidung pfiff Muhme dann irgendwie ab und stellte das Spiel auf Unentschieden zurück (72.). Nach einem super Zuspiel von Studzinski lief Hanse frei auf das Tor zu, doch sein Schuss flog über das Gehäuse (74.). In der letzten Viertelstunde ergaben sich keine nennenswerten Chancen. „Unterm Strich sind wir mit dem Punktgewinn nach 60 Minuten Unterzahl–Spiel zufrieden“, resümierte Co–Trainer Uwe Zenk.
Schwedt: Bartosz Klonowski — Lukasz Kargol,Radoslaw Stasiak, Nico Hanse (83. Lucien Schmidt), Michal Adamczak, Benjamin Lemke, Marcin Wawrzyniak, Markus Heise, Nico Hubich, Michal Studzinski (76. Patrick Büchner), Dmytro Donos
