Gaudi
: Tausende feiern Schwedter Oktoberfest

Die Feierlaune der Schwedter zum Oktoberfest ist ungebremst. Diesmal gab es gar zwei Fässer Freibier.
Von
Michael Dietrich
Schwedt
Jetzt in der App anhören
  • Maßstemmen: Beim Wettgaudi zum Oktoberfest-Auftakt im Festzelt interviewt Ireen Kautz Bürgermeister Jürgen Polzehl. Kontrahent André Nicke wirkt abgelenkt, als Michaela Bax ihrem Intendanten scheinbar unbemerkt Bier nachschenkt.

    Maßstemmen: Beim Wettgaudi zum Oktoberfest-Auftakt im Festzelt interviewt Ireen Kautz Bürgermeister Jürgen Polzehl. Kontrahent André Nicke wirkt abgelenkt, als Michaela Bax ihrem Intendanten scheinbar unbemerkt Bier nachschenkt.

    Michael Dietrich/MOZ
  • Rummel: Die Fahrgeschäfte auf dem Alten Markt sind bis weit in die Nacht Publikumsmagnet auf dem Oktoberfest.

    Rummel: Die Fahrgeschäfte auf dem Alten Markt sind bis weit in die Nacht Publikumsmagnet auf dem Oktoberfest.

    Michael Dietrich/MOZ
1 / 2

Die Gäste des Volksfestes konnten also trotzdem Gaudi erleben. auf den vielen leuchtend bunten, schnellen und in Musikbeschallung und Nebel gehüllten Fahrgeschäften jauchzen und schreien, im blau–weiß geschmückten Festzelt feiern und tanzen, das etwas kurze und kleinere Feuerwerk als sonst über der Alten Oder erleben und sich an den reichlich vorhandenen Bier– und Imbissständen laben. Lediglich am Stand von Ferenc Moricz gab es wieder die obligatorisch lange Schlange von Liebhabern des Magyar Langos.

Zur Eröffnung im Festzelt sorgte die Schalmeienkapelle "Zum Fuchsgrund“, Tänzerinnen im Dirndl, feucht–fröhliche Publikums–Parolen  des DJ und zwei Schwedter Prominente für Gaudi. Zuerst machte es Bürgermeister Jürgen Polzehl spannend. Beim Fassbieranstich spritzte der Bierschaum erst nach sieben Schlägen aus dem Bierfasshahn.

Dafür gewann das Stadtoberhaupt dann den Wettstreit im Bierkrug–Stemmen mit ausgestrecktem Arm. Sein Kontrahent, der neue Theaterintendant André Nicke, bekam von seinen Mitarbeitern immer wieder heimlich Bier nachgeschenkt, bis sein Krug dabei  die Maßstange riss. Na ja, Nicke tat, was Schauspieler tun. Er spielte, als hätte er die List nicht bemerkt und tat überrascht, als er verlor. Aber es war ein abgekatertes Spiel, wie das eines Till Ulenspiegels. Als Verlierer hatte Nicke nämlich ein weiteres Faß Freibier zu spendieren. Polzehls Wetteinsatz, zum Neujahrsempfang eine Narrenkappe zu tragen, wäre sicher auch lustig gewesen, aber dem feiernden Volk dürstete am Abend eher nach noch mehr Freibier. Es tanzte feierte fast bis drei Uhr.

Auch auf der Bühne in der Auguststraße warb das Theater  für sein neues Stück "Till Ulenspiegel“ und spielte ein paar Szenen. Das unterbrach zwar die rockige Musik von F.altenrock und die ausgelassene Stimmung im Publikum, das sich gerade zum Tanzen anschickte. Aber auch die Schauspieler ernteten reichlich Applaus für die Hochkultur vor nächtlicher Straßenfestkulisse.

Am Sonnabend kamen viele Besucher in die öffentliche Probe von „Till Ulenspiegel“ im großen Theatersaal. Der Bürgermeister verlieh etlichen Kindern, die beim Ferienspiel Schwedter Agenda–Diplom mitgemacht hatten, ihre Diplome nebst Medaille und Popcorn. Musikalische Angebote gab es auf den Bühnen von Countrymusik über Schlager und Rock bis zu Party– und Technomusik am Abend.

Ungünstig wirkte sich aus, dass es Freitag und Sonnabend genau zu den Zeiten regnete, wo sich Besucher normalerweise zum Fest aufmachen. Elke Kalainski vom Veranstalter Momentum war dennoch zufrieden: „Wir sind froh, dass trotzdem so viele kamen.“ Schausteller Henry Probst sagte, dass sein Herz aufging, als nach den Huschen doch noch so viele Gäste die Attraktionen Breakdance, Aquaking, Riesenrad und Autoscooter stürmten.

Das Volksfest blieb laut Polizei weitgehend friedlich. Die Beamten unterbanden Rangeleien und nahmen ein paar Anzeigen wegen Körperverletzungen auf.