Geburten: Erstes Baby des Jahres vom ersten Baby von 1997
Mio Luis Hecht ist ein Glückskind. Das Baby von Francis Laurin Hecht ist erstens ein Sonntagskind, zweitens das erste Schwedter Baby des Jahres, drittens das erste Kind, das vom Begrüßungsgeld profitiert, und es gibt noch einen vierten glücklichen Umstand.
Der kleine Mio Luis Hecht hat sich genau eine Woche Zeit gelassen. So als ahnte er oder irgendeine Vorsehung, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist. Am 30. Dezember war sein errechneter Geburtstermin. Exakt sieben Tage später erblickte das Kind von Francis Hecht aus Schwedt dann tatsächlich das Licht der Welt im Asklepios Klinikum in Schwedt. Es ist Sonntag, der 6. Januar. Das 3680 Gramm schwere und 50 Zentimeter große Neugeborene ist das erste Schwedter Baby des Jahres 2019. Vielleicht hat es deshalb etwas auf sich warten lassen, um es seiner Mutter gleichzutun.
Die Mutter des ersten Schwedter Babys von 2019 war 1997 selbst das erste Schwedter Baby. Am 4. Januar 1997 kam Francis als Tochter von Yvonne Hecht und Silvio Raboldt zur Welt. Damals begrüßte der Schwedter Bürgermeister Peter Schauer erstmals das erste Neugeborene der Stadt und schenkte den Eltern ein Paar Babyschuhe für die Tochter.
Die Tradition der Begrüßung des ersten Schwedter Babys hat sich bis heute gehalten. Bei Eltern, die das wünschen, kommt Bürgermeister Jürgen Polzehl mit ein paar kleinen Geschenken nebst einem Sparkassen-Sparbuch für das Kind mit einem Startkapital von 50 Euro vorbei und heißt das erste Kind des Jahres stellvertretend für alle anderen Schwedter Neugeborenen willkommen.
1997 hatte Peter Schauer damit begonnen, weil kurz zuvor das Begrüßungsgeld für Neugeborene wieder abgeschafft wurde. Zu DDR-Zeiten gab es nämlich für jedes Neugeborene noch 1000 Mark für das erste und bis zu 2500 Mark für jedes weitere Kind, verbunden freilich mit der Verpflichtung für die Mutter, alle Schwangerschaftsuntersuchungen und mindestens einen Zahnarztbesuch zu absolvieren. Mit dem Ende der DDR waren auch die Begrüßungsgelder für Kinder und für Ossis im Westen Geschichte. Das Land Brandenburg hatte dann als einziges Bundesland 1995 ein Begrüßungsgeld von 1000 Mark eingeführt, im selben Jahr aber auch wieder abgeschafft.
Inzwischen hat die Stadt Schwedt nach dem Vorbild vieler anderer Kommunen ein eigenes Begrüßungsgeld eingeführt. 100 Euro konnten sich die jungen Eltern als Erste im Schwedter Rathaus abholen, als sie im Standesamt die Formalitäten für die Geburtsurkunde erledigten.
Mutter Francis Hecht, gerade 22 Jahre alt geworden, absolviert ein duales Studium zur Diplom-Finanzanwärterin. Sie freut sich auf ihre neue Verantwortung für ein Kind, sind voller neuer Pläne und guten Mutes. „Wir schaffen das schon. Ich bin da ganz zuversichtlich“, sagt Francis Hecht. Sie hofft, die neue Rolle als Mutter werde ihr vielleicht sogar beim Studium helfen, sich die Zeit gut einteilen zu müssen.
Als Francis Hecht zwei Tage nach ihrem eigenen Geburtstag ihr Kind zur Welt brachte, schickte ihr ihre Mutter den Zeitungsartikel von der Begrüßung des ersten Schwedter Babys 1997, den sie bis heute aufgehoben hatte.